HONGKONG / CHINA / PAKISTAN / INDIEN 1996

 

Sonntag 14.04.1996:                 Koeln à London à HongKong

Mäßig geschlafen,  zweimal früh wachgeworden, um 06:45 Uhr aufgestanden, Ute rief um 7 Uhr an, Koffer schon frühzeitig runtergeschleppt, kurz nach 8 Uhr kam Ute mit ihrem Vater, Strecke relativ frei, kurz vor 9 Uhr schon an Koelner Flughafen. Nach Brand des Düsseldorfer Flughafens weniger los als erwartet, nur bei den Charterabfertigungen einiger Betrieb.

Gepäck zügig losgeworden, Utes Koffer „nur“ 21,5 kg, meiner 17,5 kg,  rumgesessen, mit Proletem aus Solingen und seiner Mutter gequatscht, waren verärgert, da sie noch keine Informationen über ihren Flug nach Mallorca hatten  (Typ ca. 50, seine Mutter über 70 Jahre alt). Sie hätten gestern erst Telegramm bekommen, daß sie von Köln fliegen, ursprünglicher Flug sollte von Düsseldorf gehen.

Um 11:35 Uhr im Warteraum, ca. 15 Minuten in Schlange gestanden, keine Probleme mit Handgepäck, Flug mit 30 Minuten Verspätung um 12:40 Uhr los. Kaltverpflegung, ganz ordentlich. Maschine voll, 1 Stunde später in London,  muessenn zu Terminal 4 (in Terminal 1 angekommen),  langer Weg, Handgepäck wurde durchleuchtet, dann mit Bus zum Terminal.

Für 13 Pfund Stange Zigaretten im Duty Free geholt Wetter in London etwas schlechter als bei uns, ziemlich bewölkt und  9 Grad. Die üblichen Probleme: Höre auf dem linken Ohr fast nichts mehr.

 

 

Kurz vor dem Abflug

 

Wieder Handgepäckkontrolle  (Groesse),  ohne Beanstandung durch, Maschine total voll, viele Chinesen, Abflug verzögerte sich um 65 Minuten, erst um 15:35 Uhr los,  Dose Bier und Packung Erdnüsse serviert bekommen.

Gute Plätze, sitzen ganz hinten, 2 Rauchersitze nebeneinander an Toilette,  dennoch ziemlich eng,  Essen recht gut, „Chinesisches Hähnchen“  und geräucherte Forelle.  Ute hatte frühzeitig ihr vegetarisches Zeug bekommen, welches sie schon bei  vorher bei dem Reisebüro geordert hatte , aus Angst vor britischem Rindfleisch wegen BSE, in meinen Augen laecherlich.

Einige Bier getrunken und Schlaftablette genommen, sogar etwas gepennt, obwohl mehrfach wegen Nackenschmerzen und Kälte wachgeworden., ziemlich gerädert,  aber nicht ganz so kaputt wie erwartet, jetzt noch 2 Stunden Flug.

 

Montag 15.04.1996:                  Hongkong

 

Um 11:30 Uhr da, Verspätung wurde nicht aufgeholt, von der angeblichen Gefährlichkeit des Landeanflugs absolut nichts gemerkt.

Wetter bewölkt und 22 Grad, am Schalter ziemlich lange gestanden,  dafür Koffer direkt da.  Sehr viel Betrieb, Tafel in Flughafengebäude mit Anzeige der Zimmerkapazität von zahlreichen Hotels,  fast alles voll,  höchstens für 1 - 2 Tage ist in manchen Dingern noch was zu haben.

Für 38 HKD zum Hotel, Leute stellen sich ohne Murren in Schlange zu den Taxis an. Das Hotel nichts besonderes (YMCA International House),  aber sauber. 

Keinen Stecker für Rasierapparat gefunden, gut, daß ich den Nassrasierer mithabe. Wieder mal stark eingeschränktes Hörvermögen,  ist wirklich lästig.  Etwas frisch gemacht und ca. 50 Minuten später los, mit U-Bahn zu Mc Donalds , Bahn sehr voll, aber recht günstig, in der Regel 4 HKD (ca. 0,80 DM).  2 Hamburger und 1 Cola reingezogen (auch wesentlich billiger als bei uns - pro Burger ca. 1 DM).

Beim Verlassen des Hotels noch Safe Deposit Box genommen und am „Tour Desk“ um Bestätigung der Tickets nach Wuhan gebeten  (waren schon bestätigt). Zimmerpreis offiziell 800 HKD, Preis von CITS daher noch o.k..

Preise ansonsten ähnlich wie bei uns.

 

 

Imposante Ansicht

 

Mit Fähre übergesetzt  (2 HKD),  zum „Peak“ mit Schweizer Bergbahn, ziemlich steil (21 HKD hin und zurück), zahlreiche Touristen dort, wenig zu sehen, da ziemlich bewölkt.

 

 

Blick vom höchsten Punkt

 

Auch dort oben hat ein Mc Donalds aufgemacht, dort noch Fritten gegessen  (hatte eigentlich nur was zum Trinken bestellt).  Zurück, unten in „Peak Bus“, war kostenlos, sehr viel Verkehr, ein Hochhaus neben dem anderen,  bleierene Müdigkeit kommt auf,  dafür sind die Ohren endlich wieder frei,  zum Stadtteil „Mong Kog“  gefahren und „Klamottenbazaar“ gesucht,  3 T-Shirts gekauft, nur 6 DM pro Stück , dazu noch Packung Kekse.

Heute noch 150 DM getauscht, 50 DM an Flughafen und 100 DM in Hotel für ca. 480 HKD, obwohl es woanders teilweise über 500 gab.

Wieder zu einem McDonalds gefahren, erneut 2 Hamburger und eine Cola verzehrt.

Imposantes Bild, Hongkong im Dunkeln mit den ganzen Leuchtreklamen,  zu guter Letzt zur „Temple Street“, auch dort Bazaar vorhanden,  Dosenbier gekauft und Kekse,dazu 3 Filme a 20 HKD, 2 Batterien, da Taschenlampe in Koffer angegangen war und damit fast leer ist. Auch noch "Seidenkrawatte“ mit Smilys, mehr aus Jeckerei für ca. 8 DM.

Für Dafe-Deposit-Box heute noch 100 HKD Kaution fällig.

Um 22:15 Uhr im Bett.

 

Dienstag 16.04.1996:                Hongkong

 

Schlecht geschlafen  weil gefroren,  auch nach Abschalten der Klimaanlage nicht viel besser.  Um 07:30 Uhr aufgestanden,  geduscht,  nochmal kurz hingelegt, ein Sesam-Keks reingezwängt, dazu etwas Wasser getrunken.

Kurz nach 9 Uhr  los, wärmer als gestern.

Mit U-Bahn eine Station gefahren („Jordan“), bei McDonalds gefrühstückt, anschließend kurz durch Kowloon Park, kleiner als erwartet,  aber recht gepflegt und schön.

 

 

Kowloon-Park, gepflegt und ganz nett

 

Mit Fähre übergesetzt nach Hongkong Island. Mit Straßenbahn für nur 1’20 HKD Richtung  „Kennedy Town“ gefahren, dort nicht viel zu sehen, auch wenig Leute unterwegs.  Nach kurzer Zeit zurückgefahren und mit Bus nach „Stanley“.  Preis auch sehr günstig, ca. 4 HKD für ca. 7-10 km.

Erheblich weniger Touristen als in Kowloon,  aber auch schon sehr kommerziell. Dort rumgelaufen und jeder eine Dose Bier in Supermarkt geholt und draussen hingesetzt und getrunken. Hier schon mehr „Rucksacktouristen“ zu sehen.

Weiter gefahren zur „Repulse Bay“,  sehr wenig los an Strand, obwohl eigentlich warm genug.  Auch dort McDonalds und  Kentucky Fried Chicken direkt am Strand.  Bei McDonald einen Hamburger,  Fritten und Cola verzehrt, Ute wieder ihren obligatorischen Fisch- und BigMäc

 

 

Repulse Bay

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Danach mit Bus zum Stadtteil  „Aberdeen“, brauchen nie lange zu warten auf öffentliche Verkehrsmittel, Preis- Leistungsverhältnis sehr gut.

Wenig Touristen dort.  Am Hafen rumgelaufen, ab und zu kam eine „Schlepperin“ an, die eine Bootsfahrt im Hafen loswerden wollte,  wo es eigentlich nichts zu sehen gibt, von Romantik jedenfalls keine Spur, eher dreckig.

Langsam aber sicher scheint auch hier alles mit Hochhäusern zugebaut zu werden.

Markthalle angesehen, wo Hühner direkt geschlachtet werden,  Rasierschaum gekauft, relativ teuer, ca. 4 DM.  Nach einigem Suchen Bus zurück zur Station  „Central“  gefunden.  In englischen Pub rein  („Ned Kelly“),  je 2 große Carlsberg getrunken  (Happy Hour - 2 Bier für  47 HKD).

In  Wechselstube noch 50 DM getauscht, Kurs hier 501 HKD für 100 DM.

Laufend nerven einen Typen mit ihrem  „Copy watch ?“  und maßgeschneiderten Anzügen für angeblich 200 DM.

„Deutsche“ Kneipe mit Bitburger vom Faß zufällig in Hanoi Road gefunden, fast nur Deutsche dort. Dort auch gegessen, Wiener Schnitzel mit Bratkartoffeln und Salat für ca. 17 DM,  war ganz gut, ein Bier (groß) ca. 3,60 DM, zumindest in der „Happy Hour“ , die bis 20 Uhr geht.

Schon fast  total dunkel um 20 Uhr.  Zum Kai runter und dort einige Zeit gesessen..

Mit U-Bahn zurück,  nur 2 Stationen  („Jordan“ +  „Yau Matei“).

Gegen 21:50 Uhr auf Bude,  noch rasiert,  klappt wie erwartet besser mit dem Schaum.  Sachen zusammengepackt und noch eingetragen.  Hoffentlich geht morgen alles gut. Um 23:15 Uhr im Bett.

 

Mittwoch 17.04.1996:                Hongkong à Wuhan

 

Wieder schlecht geschlafen,  mehrfach wachgeworden wegen Pinkelns,  auch wieder gefroren.  Um 8 Uhr zu  McDonalds frühstücken, obwohl null Hunger

Zurück und kurz  restlichen Kram auf Bude erledigt,  um 09:20 Uhr  abgehauen,  hatten bei der Ankunft schon den Gutschein abgegeben,  sicherheitshalber nochmal nachgefragt, nichts mehr schuldig.

Taxi zum Flughafen bestellt, laut Taxometer 37,50 HKD fällig, 40 HKD gegeben,  Fahrer maulte für Gepäck seien je 5 HKD fällig, 50 HKD gegeben damit endlich Ruhe herrscht.

Wetter heute zwar bewölkt, aber sehr schwül.

Nicht viel los am Eincheckschalter, Glück gehabt, mein Koffer wiegt tatsächlich  21,5 kg, Utes 23,1 kg,  weiß der Teufel was BA für Waagen haben.  Frau an Schalter sagte aber nichts.

Rumgesessen,  im Duty Free Shop 300 Marlboros  (darf man nach China mitnehmen)  für 150 HKD gekauft. Das erste Mal die neue VISA-Card eingesetzt.

Die Flughafengebühr beträgt wider Erwarten 100 HKD statt 50 HKD wie allgemein vermutet. Gut, daß ich noch genügend Geld hatte.

Der Rest lief problemlos ab,  Flug gegen 12:20 Uhr los, ca. 80 Minuten,  Maschine voll,  sehr eng  (scheinbar sind die Sitze enger eingebaut, da die Asiaten kleiner als ein Europäer sind)..

Serviert wurde Hähnchengeschnetzeltes mit Reis,  Orangensaft und Tee,  der nach nichts schmeckte.  Kein Hörschaden nach Landung,  große Schlange an Schalter, aber keinerlei Kontrolle  (außer Pässe bzw. Visa).  Koffer direkt da, nach ca. 40 Minuten draußen. Keine Bank - was jetzt ?.  Ältere Frau bot sich offenkundig als „Taxischlepperin“ an. Ziemlich warm, ca. 25 Grad, mehrere Fahrer von Hotels um uns rum,  alle Unterkünfte recht teuer.

Von den von uns vorher ausgesuchten Hotels kein Fahrer dabei., schließlich mit Typ von  CHANG HAJ HOTEL mitgefahren,   noch ein anderer Gast in Kleinbus, auch nicht billig, inkl. 15 %  Tax kostet der Laden über 127 $ und hat „nur“ 3 Sterne. Fahrt vom Flughafen dauerte mehr als 30 Minuten,  autobahnähnliche Straße.

Typ an Rezeption erzählte was von 20% Rabatt.  Recht grosser Klotz, Zimmer sieht recht gut aus,  hektische Aktivitäten noch von 2 Putzfrauen.  Erstmal Tasse Tee getrunken,  Kanne mit heißem Wasser und Teebeutel standen parat.

Ca. 40 Minuten später  je 200 DM getauscht, Wertsachen abgegeben und zum Taxistand vor Hotel, Lobby sieht auch gut aus, es bleibt schleierhaft,  wieso das Ding nur 3 Sterne hat.

Taxifahrer spricht wie erwartet kein Englisch, ihm den „Lonely Planet“ unter die Nase gehalten und auf die chinesische Übersetzung von  (Air China) Booking Office gezeigt.  Hielt schon nach wenigen hundert Metern an einem x-beliebigem Reisebüro an,  scheinbar  sind die chinesischen Schriftzeichen nicht ganz eindeutig.  Dauerte recht lange bis ihm klar wurde wo wir hinwollten  (mit Hilfe des abgedruckten Stadtplans). Ca. 15 Yuan bezahlt (ca. 3 DM  laut Umtauschkurs ist ein Yuan = 0,1862 DM).  Taxometer wurde unaufgefordert eingeschaltet.

Kleiner Laden,  auch hier keiner, der Englisch spricht. Ein junger Bursche bemühte sich dennoch nach Kräften. Plötzlich drückte man mir Telefonhörer in die Hand, am anderen Ende der Leitung englischsprechende Frau, die wissen wollte, was wir wünschen.  Problem bei der Stadt Kashgar, unter diesem Namen hier nicht bekannt,  „Loney Planet“ rausgeholt, Typ übersetzte, anderer kam mit großer Chinakarte, endlich klar was wir wollen  (Kashgar ist hier unter „Kashi“) bekannt.

Kreditkarten werden hier  (natürlich) nicht genommen, der junge Chinese führte uns zu einer Bank, dort nur eine junge Frau mit mäßigen Englischkenntnissen.  Scheinbar schon geschlossen, Kasse zu oder so ähnlich,  hätten mit Kreditkarten hier sowieso kein Geld bekommen, also wieder mit Taxi zurück zum Hotel und je 700 DM getauscht, Wechselgeld mußte aus „Reservefach“ geholt werden,  in Zeitungspapier eingewickelt, hätte nie gedacht,  daß eine so relativ große Summe überhaupt getauscht werden kann.

Mit Taxi zurück zum Office, auch mit diesem Fahrer das gleiche Problem,  hielt beim erstbesten Reisebüro.  Glück gehabt, Laden macht um 18 Uhr zu,  kurz vorher da.  Strahlende Gesichter, 3530 Yuan für 2 Flüge abgedrückt (Chongqing =è Ürumqi und Ürumqi =è Kashgar ca. 660 DM). Termine mußten etwas geschoben werden,  aber Hauptsache wir haben die Tickets.

Die Chinesen freuen sich wie die Kinder, dass sie den „Deppen“ helfen konnten trotz null Sprachkentnissen – phantastisch !.

Weiter mit Taxi zum alten Bahnhof, existiert nicht mehr bzw. wird als Lagerhalle genutzt,  gegenüber neuer Supermarkt, einige Sachen dort gekauft, u.a. Shampoo (Bee & Flowers für ca. 1 DM),  das ich dies in Hongkong habe stehen lassen und Bier  (Carlsberg auch ca. 1 DM).

Großes Amusement in dem Laden, als ich mit 100er bezahlte und Leuten klar wurde, daß dies nur ein Trick war, um an Kleingeld zu kommen.

Einzige Ausländer,  scheinbar in der ganzen Stadt,  wo zahlreiche Fahrräder,  Busse und Taxen die Straße verstopfen.

Kurzes Gewitter mit starkem Regen,  draußen vor Supermarkt auf Treppe gesetzt und 3 Dosen Bier getrunken, dann zu Fuß weiter.

In Kaufhaus reingegangen, waren auch hier die Attraktion,  Preise recht hoch: Stoffhose z.B. 40 DM,  besseres Hemd 20 DM, kleiner Fernseher 500 DM, wer soll das hier bezahlen  ?,  leben in Deutschland im Paradies !.

Nichts gekauft und Laden verlassen, draußen sprach uns plötzlich ein Chinese auf Englisch an,  ihn nach McDonalds gefragt,  den wir unterwegs gesehen hatten  (vom Taxi aus).  Begleitete uns in Taxi dorthin,  Preise wie in Hongkong, ca. 1 DM pro  Hamburger, 2 gegessen.

Als Ute auf Toilette war quatschte mich Europäer auf Englisch an  als ich im „Lonely Planet“ las . „You have the Loney Planet ? - we are looking for a train to ...“.  Nach 2 Minuten:  „You are German ?“ , „Yes“,  „Ja, dann können wir uns doch auf Deutsch unterhalten !“.

Typ ist  (mit noch jemand  (?), unterwegs, keinen mehr gesehen, aber er sprach von „wir“ seit 2-3 Wochen in China unterwegs, das übliche Problem: keiner würde Englisch sprechen,  in ihrem Hotel nur der Liftboy.  Ihm den Rat gegeben, es mal bei CITS zu versuchen.

Zu Fuß zum Hotel zurück, unterwegs noch Büchse Bier an Bude für 4 Yuan geholt.

Gesundheitlicher Zustand: Magen keine Probleme,  Husten vom Rauchen fast Null, nur Nase teilweise wieder zu und noch erträgliche Probleme mit Augennerv.

Rauchverbot in China nicht so streng wie in Hongkong, wo auf der Fähre laut Hinweisschild bis zu 1000 DM Strafe fällig wären bei Verstoss !.

Auf Bude erstmal geduscht und andere Klamotten rausgelegt,  ziemlich laut auf Flur, da dort Typen quatschen, Zimmer ist heute nachmittag geputzt worden, selbst Pullover, den ich achtlos auf Bett geschmissen hatte, lag akkurat zusammengefaltet da. Erster Gedanke: Mutter war da !.

Die 2 Dosen „Tsing Tao“ Bier aus Minibar noch getrunken, 5 * so teuer wie in Straßenbude (20 Yuan), aber nach dem heutigen Tag ... um 23:45 Uhr im Bett.

 

Donnerstag 18.04.1996:              Wuhan

 

Wieder nur mäßig geschlafen, um 3:45 Uhr wegen Pinkelns aufgestanden, nicht mehr richtig eingeschlafen, da auch wieder teilweise ziemlicher Lärm auf Flur, um 10 Uhr schließlich aufgestanden. Ziemlich düster draußen, bewölkt und regnerisch,  , Klamotten zusammengepackt,.

10 Minuten später runter,  bezahlt (ca. 125 DM - ist noch akzeptabel), Gepäck runterholen und aufbewahren lassen.

Mit Taxi zu einem buddhistischen Tempel  (eine der wenigen Sehenswürdigkeiten hier), 3 Yuan Eintritt, 2 Bettlern, die an Kasse rumlungerten einige Münzen gegeben,  strömender Regen inzwischen,  Tempelanlage nichts besonderes, aber für den Preis noch angemessen.  Zahllose Buddhafiguren hier, sonst nix zu sehen.

 

 

Enttäuschende Tempelanlage in Wuhan

 

 

Einzige Sehenswürdigkeit

 

Ute erregt scheinbar Aufsehen mit ihren Sandalen ohne Strümpfe, eine Gruppe „Westler“ tauchte dort noch auf, Nationalität bleibt unklar.

Taxi Richtung Post genommen,  noch keinen Taxifahrer getroffen,  der Englisch spricht, bisher den Typen immer „Lonely Planet“  unter die Nase gehalten.

In McDonalds rein,  nur eine Bedienung  (von gestern),  die mit Fremden klarkommt. Ich wurde erst garnicht bedient ,scheinbar aus Angst mich nicht zu verstehen. Endlich erbarmte sich ein Mädchen, 2 Hamburger bestellt  (Daumen und Zeigefinger hoch: „2 Hamburger !“). Im Endeffekt hatte ich 8 Hamburger (!) und 1 Tüte Fritten auf Tablett ! - hatte mich schon über den hohen Preis gewundert,  Reklamieren hilft nichts - Mädchen versteht kein Wort, sie hatte erst 2 Hamburger auf Tablett gelegt und 3 in Tüte dabei,  wenig später, als wir schon in der 1. Etage beim Essen waren, kam sie mit Tüte an, wo 3 weitere Dinger drin waren.

 

 

Schlecht wenn man kein Chinesisch kann - Hamburger satt

 

3 Hamburger verzehrt, Ute auch  noch einen, draußen verfolgten uns einige Kinder, erfolglos versucht ihnen die restlichen Dinger anzubieten.

Planlos in Gegend rumgelaufen,  nochmal in Kaufhaus rein, Ute kaufte Mückenspray. Preise im Vergleich zu uns relativ hoch, jetzt geht es darum den Schiffsanlegeplatz zu finden.

An kleiner Parkanlage direkt am Kai kurz Rast gemacht, alter Chinese deutete mit besorgtem Gesicht auf meinen Bauch und beschrieb den Umfang mit seinen Händen,  weiß natürlich nicht,  daß der prallgefüllte Brustbeutel davor baumelt.

Als ich den rausholte, fing er an zu lachen und hob anerkennend den Daumen.

Wer weiß wie lange gelaufen,  mehr oder weniger zufällig an Hafengelände angekommen. Zweimal gefragt, erster Typ wußte nicht recht Bescheid,  faselte irgendwas von „noch 200 Meter“.  In irgendeinem  Schiffsbüro rein,  unser Schiff  läge direkt nebenan an Kai,  dort liegt die „Blue Whal“,  zwar die richtige Gesellschaft,  aber das falsche Schiff,  obwohl das Ding sehr vielversprechend aussieht.  Dorthin gegangen, ob dort jemand Bescheid weiß,  „MS Shenzou  würde angeblich etwas nebenan liegen, ein Chinese wurde uns mitgegeben, um uns dorthin zu führen  (spricht auch kein Englisch).

Strecke wieder ca. 1 km zurückgelaufen, dort liegt die „China Sunrise“,  wäre angeblich das richtige Schiff,  anderen Kerl noch gefragt, der das bestätigte.

Zum Schiff gegangen,  ca. 300 Meter über Stege und Anlegebrücken,  das Boot ist richtig !,  auch hier schwierig englischsprechenden Kerl zu erwischen,  ein Typ sprach nur Französisch und einige wenige Brocken Englisch.

 

 

Unseren Kahn endlich gefunden

 

Dauerte lange, bis wir ihm klarmachen konnten, daß das Gepäck noch im Hotel ist.

Schiff auf den ersten Blick erheblich schlechter als die „Blue Whal“,  Zimmer machen aber guten Eindruck.

Zurück zum Hotel mit Taxi  (haben Karte bekommen wo auf Englisch und Chinesisch steht  „Please drive me to the Chang Hai Hotel“),  daher kein Problem.

Bin schweißgebadet, aber in den dicken Klamotten nicht so schlimm wie erwartet.  Hotel direkt wieder verlassen und in Laden nebenan, eine Art „Restaurant“,  je 2 Flaschen Bier getrunken  (auch hier wieder Probleme mit Bestellung

Kellnerin kam an mit dem ganzen Arm voll Bierflaschen nach der 2. Bestellung, da ich wieder den Daumen und Zeigefinger hoch hatte, was  in China nicht 2 sondern 7 oder 8 bedeutet (erst später gelesen). Gottlob waren die meisten Flaschen noch zu, so daß das „Unglück“ noch abgewendet werden konnte. Eine Flasche kostet hier 12,5 Yuan, eine „spanische Wand“ wurde noch vor uns gestellt, ist scheinbar nicht vorgesehen, daß man hier nur trinkt.

Kassiererin sieht top aus (Mini-Rock, hochhackige Schuhe, Topfigur)

In Hotel Gepäck geholt und mit Taxi zum Anlegesteg  (Hotelbursche mußte dem Fahrer noch die richtige Kainummer auf Chinesisch übersetzen). Fahrer wollte aufgrund des schweren Gepäcks 2 Yuan mehr haben, 5 gegeben.

Kofferschlepper vor Ort, dachten erst, es sei ein Angestellter vom Schiff.  Er maulte, als Ute ihm  „nur“ 10 Yuan als Trinkgeld gab und tat wunders wie schwer die Koffer seien, obwohl er sie ohne weiters über weite Strecken hätte ziehen können. Meine Schuhe  (die pakistanischen) vom  Regen total hin, Absatz brach ab.

Typen an Rezeption frugen nach  „Dinner“,  müßen  wir bezahlen ! (angeblich nur die nächsten Mahlzeiten im Preis eingeschlossen),  dafür können wir angeblich bestellen, was wir wünschen.

Wenig los, keine „Westler“,  in Bar erstmal 1 Bier getrunken,  Schiff legte statt um 19 Uhr erst 50 Minuten später ab,  da man angeblich noch auf 2 Leute vom Flughafen warten würde.

Unter die Dusche, gerade fertig, als es klopfte, stand noch in Unterhose da,  Essen  soll serviert werden !. Typ natürlich auch nicht des Englischen mächtig,  2 andere kamen an, 50 Yuan seien fällig, 55 gegeben, obwohl es Typ garnicht verstand,  daß er mehr bekommt  (mit Kreditkarte zu zahlen ist hier nicht möglich).

Große Suppenschüssel mit Tomaten und Eierstich, dazu Riesenschüssel Reis und andere mit Ente (?) oder Curryhuhn (?),  sehr knochig  (wenig Fleisch - alles wahllos kaputtgeschnitten  samt Knochen).  Dazu gab es  Stäbchen, direkt in Koffer deponiert,  gut, daß ich mein Bundeswehrbesteck dabei habe.

Alles ziemlich lasch,  noch  einen (kalten) Hamburger  von meinem Vorrat verzehrt  (die restlichen 2 Dinger den Fischen übergeben).

Auf Oberdeck gegangen,  „Reiseleiter“  quakte uns an, er wolle was über den Yangtze erzählen, Termin 30 Minuten später ausgemacht, kurz eingetragen, dann wieder hoch,.

Wecken wäre morgen um 7 Uhr, Frühstück um 07:30 Uhr,  es wären nur 22 Passagiere an Bord.  Die „Blue Whal“  wäre nur von Glas umgegeben, daher wäre unser Schiff besser wegen Photos etc.

Typ hängt schon die ganze Zeit an Bar rum, einige Bier getrunken a’ 15 Yuan  (geht noch).

 

 

Aufenthaltsraum auf Schiff

 

Gegen 23 Uhr auf Bude, leichte Überschwemmung nach Duschen im Bad, aber ansonsten alles vorhanden: Fernseher, Kommode, 2 Stühle, Laundry-Service - man kann nicht klagen.

Der sogenannte Reiseleiter laberte nur allgemeinen Kram und wollte auch direkt irgendeinen Souvenirkrempel an den Mann bringen:  Videos, Bücher etc..

Um 23 Uhr auf Zimmer,  sensationellerweise funktioniert hier sogar der elektrische Rasierer auf Anhieb ,zur Toilette habe ich allerdings wenig Vertrauen.  Das Wasser würde laut „Reiseleiter“ aus dem Fluß angesaugt und durch einen Filter gejagt,  für das Trinken auf jeden Fall ungeeignet.

 

Freitag 19.04.1996:                 Yangtze 1. Tag

Schwer getan mit Einschlafen,  Schranktür ging laufend auf,  um 06:30 Uhr aufgestanden,  sieht wieder sehr trübe draußen aus, um 7 Uhr kam Weckanruf von Rezeption, etwas Probleme mit Toilettenspülung,  um 07:30 Uhr zum Frühstück. Wurden an großen Tisch gesetzt, mit 4 Typen aus Shanghai,  Reiseleiterin von einer indonesischen Gruppe und dem französischsprechendem Typ,  (gehört auch zum Schiff) sowie dem „Reiseleiter“.

Man hatte für uns extra Messer und Gabel hingelegt,  2 Spiegeleier und 2 Toast gegessen, dazu den wie üblich, geschmacklosen chinesischen Tee.

Kurz auf Bude, wieder Probleme die Tür zu öffnen,  2 weitere Mann vom Schiff versuchten es  (zunächst) vergeblich..

Um 8 Uhr der erste Ausflug von Bord in Jingiang, metallene Bordkarten wurden verteilt, um Schiff zu verlassen durchs Unterdeck gelaufen, an jeder Ecke stand Mädchen vom Personal und wies mit Verbeugung den Weg. Draußen zwei mit Schärpe:  „We wish you a good tour“ . Lausiger Wind, alles andere als warm,  Industriegelände, zu einem Bus und ca. 30 Minuten zum Ort gefahren, als Reiseleiterin niedliche Chinesin anwesend,  mit Fähnlein  bewaffnet, die unentwegt redete im Bus.  Zu einer Tempelanlage, dort holte sie dann Megaphon raus um den Leuten die „Sehenswürdigkeiten“ zu erklären.

 

 

Tempelanlage eher uninteressant

 

Sprach natürlich überwiegend Chinesisch,  kam ab und zu  uns  und  sagte ein paar englische Sätze,  entschuldigte sich mehrfach für ihr Englisch, obwohl sie recht gut spricht

 

 

Wirklich goldig die chinesische Quasselstrippe

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Ca. 30 Minuten dort zugebracht, eigentlich zu lange, denn so toll ist die Anlage auch nicht,  ziemlich gefroren.

Danach führte sie den Haufen zu einem Teeladen gegenüber, wo auch ziemlich viele kauften.

Typ vom Schiff sprach uns an, veranstaltete Sammlung für die Führerin  („ihr kennt die Probleme in China“),  Kerl ist mir  suspekt,  sieht in seinem langem Mantel aus wie einer von der Gestapo,  vermute, daß er vom chinesischen Geheimdienst ist  (später stellte sich raus, daß er nur ein harmloser Tourist von der indonesischen Gruppe ist, einer der Ältesten,  daß er sich scheinbar von daher verpflichtet fühlte, eine Sammlung durchzuführen), 10 Yuan gegeben (wollte erst 20 rausrücken).

Kurz vor 10 Uhr zurück,  „Spion“ hatte je ein kleines Päckchen ( sehr nett)  für Fahrer und Führerin gemacht., das er dann im Bus bei der Rückfahrt übergab. Sie freute sich und fing dann auch noch an zu singen, französischsprechender Bursche dann auch noch.

Nach Ankunft auf  Schiff auf Oberdeck, tierisch windig,  „Reiseleiter“ war an Bord geblieben,  fiel gestern abend schon auf,  daß er stundenlang an Bar saß und sein San Miguel Bier trank, wenn ich den Kerl richtig verstanden habe, soll es 4 Ausflüge geben.

Kurz aufs Bett gelegt,  fast eingeschlafen, kurz vor 13 Uhr Durchsage  „Lunch is ready“.  Dorthin, oh Gott, keine Gabel vorhanden,  danach gefragt,  es wurde dann ein stumpfes  und fast riesiges Ding gereicht.  Drehtisch mit zahlreichen kleinen Porzellanschalen, mit den verschiedensten Sachen, großer Pott Reis natürlich standardmäßig dabei,  zum Schluß in der Regel eine große Suppenterrine. Schmeckt ganz ordentlich, auch wenn alles durcheinander gegessen: Fisch, Hähnchen, Reis, Äpfel etc. , alles relativ lasch, bei dem Durcheinander besteht trotzdem die Befürchtung Magenprobleme bzw.  zumindest Sodbrennen zu bekommen.

Um 12:45 Uhr auf Bude,  hingelegt,  kaum geschlafen, da gefroren  (nur aufs Bett gelegt - nicht zugedeckt).. Schließlich aufgestanden und fertig gemacht für den heute stattfindenden Käpt’n-Cocktailempfang, der um 18 Uhr stattfinden soll.

 

 

Die einzigen "Langnasen" hier

 

Ansage kam  (Lautsprecher auf jedem Zimmer),  alle Mann hoch zur Bar, dauerte 10 Minuten bis Kapitän kam („Captain Li“). Mao-ähnlicher Typ,  ca. Mitte 50, wirkt in seinem braunen Anzug absolut nicht so wie man sich einen Kapitän vorstellt, eher einfacher  Mann, aber nicht unsympathisch.

Es wurde etwas zum trinken serviert,  (widerlich süßen Cherry getrunken),  dazu gab es einige Kleinigkeiten zu essen.

Lobrede auf ihn wurde von dem „Reiseleiter“ gehalten und Schiff erstmal vorgestellt: 76m lang, 16m breit, 13 km/Std  „schnell“ etc.

Kapitän kam dann auch  zu uns „Exoten“, mit dem „Reiseleiter“,  der als Dolmetscher diente,  da auch der Kapitän nicht des Englischen mächtig ist.  Er hatte ihm erzählt, daß wir aus Deutschland kämen. Er lobte Ute’s  Englisch - lächerlich, da er dies ja garnicht beurteilen kann, wahrscheinlich irgendeine Höflichkeitsfloskel.  Das Schiff ist ein Jahr alt und die Dieselmaschine käme aus Deutschland  (hoffentlich hält die durch, sonst sind wir noch blamiert).

Eher steife Atmosphäre, um 18:30 Uhr zum Essen runter.  Das Übliche: Mehrere Töpfe auf Drehscheibe, wenig Fleisch, Geflügel wird hier scheinbar grundsätzlich mit Knochen serviert,  bis auf ganz wenige Sachen nichts Scharfes.

Morgen soll um 07:30 Uhr Wecken sein, dann fast den ganzen Tag unterwegs.

Nach Essen zur Bar hoch,  (5. Deck, ganz nett, Parkettboden, große Theke,  Sitzecken und Tanzfläche,  dazu eine Art Terrarium mit Wasser).

Wetter scheint besser zu werden,  jedenfalls wärmere Luft und geringer bewölkt, 3 Bier Tsing Tao Bier getrunken, Videovorführung über Yangtze,  Kassette kann natürlich gekauft werden,  war uns gestern schon angeboten worden, auch mit englischem Text erhältlich.  Der „Reiseleiter“ und hauptsächlich die Gruppe aus Singapur erfreuten sich wieder mit ihrem Karaokekram, wurden mehrfach aufgefordert auch zu singen,  hatten auch einige englische Videos auf Lager,  u.a. „Love me tender“ , „Sailing“ und „My way“.

Um 22:10 Uhr abgehauen,, noch ein Zigarillo geraucht und um 22:45 Uhr im Bett.  Ziemlich müde, Bude war wieder gemacht worden, scheinbar grundsätzlich während der Essenszeit.

 

Samstag 20.04.1996:                 Yangtze 2.Tag

 

Saumäßig geschlafen, konnte erst nicht einschlafen,  schlecht geträumt und mehrfach wach geworden,  um 7:10 Uhr schließlich aufgestanden, Wetter wolkenlos und sonnig, um 8 Uhr zum Frühstück, vorher  (eingeleitet durch Musik) kommt immer die Durchsage:  „Breakfast is ready“  bzw. „Lunch oder Dinner is ready“).  Es kommt auch keiner zu spät. 2 Toast und etwas Omelett gegessen (Büfett),  Spiegeleier heute nicht erhältlich.

Alle sollten danach aufs Oberdeck,  Einfahrt in Schleuse,  eigentlich nichts weltbewegendes, für die Asiaten scheinbar doch.

 

 

Einfahrt in Schleuse - für die Asiaten sehr aufregend

 

Um 09:30 Uhr in Yichang, an anderem Boot längsseits geankert,  scheint hier üblich zu sein,  daß man durch ein anderes Schiff muss,  um an Land zu gelangen.  Draussen 2 Kleinbusse,  zu einem Gebäude, in dem ein Modell des geplanten  (Riesen-) Staudamms stand,  wir 2 wurden in einen Raum reingeführt, in dem wir uns einen wochenschauähnlichen Propagandafilm auf Video ansehen mußten  (in englischer Sprache, u.a. wurde gezeigt, wie ein kleiner Junge seine Geschwister versorgt,  während die Eltern auf der Baustelle mit großen Baggern und LKWs hantieren).

 

 

Unser Kahn links, daneben die schnittige Blue Whal

 

Danach zu irgendwelchen Tempeln und Höhlen,  in einen Raum kurz reingesetzt, dort fand eine musikalische Aufführung in scheinbar historischen Gewändern statt, andere Gruppe hatte umgekehrtes Besichtigungsprogramm, insgesamt enttäuschend.

Kurz vor 12 Uhr zu Hotel nahe Schiff  zum Essen,  auch hier hatte man Erbarmen mit uns und brachte unaufgefordert Gabeln. Das Übliche: Drehtisch etc. ...

Aufs Schiff zurück, um 13:10 Uhr ging es weiter,  heute von 2 Leuten aus Singapur angequatscht worden, tauen scheinbar langsam auf.

Einfahrt in 1. Schlucht,  obwohl es eigentlich nichts zu sehen gibt aufs Sonnendeck,  Fluß ist ungefähr so breit wie Rhein,  kilometerlang  Steinbrüche und Baufahrzeuge zu sehen  (alles für den großen Damm)  bevor es etwas grüner wurde, Asiaten alles am fotografieren:  Brücken, Steine, die angeblich Tiere darstellen sollen;  selbst beim besten Willen nicht zu erkennen., Bewölkung kommt wieder auf und frischer Wind,  während es in der Sonne ca. 25 Grad waren.

 

 

Na ja, eine Rheintour ist auch nicht schlechter

 

Um 15:30 Uhr ging ich runter, geduscht, danach aufs Bett gelegt, aber wegen Frierens nicht geschlafen, zweimal kam Durchsage, man solle auf 5. Deck wegen irgendwelchen Sehenswürdigkeiten, aus Fenster geguckt, aber nichts Besonderes zu sehen.

Kurz vor 18 Uhr  nochmal ganz nach oben, lediglich betongraue häßliche Stadt zu sehen,  in der das Schiff auch stoppte.

Zum Essen, es gab das Übliche, allerdings kam diesmal Kellnerin öfters an und legte „Überraschungseier“ auf Teller, deren Inhalt mal süß, mal etwas scharf, mal nach gar nichts schmeckte.

„Reiseleiter“ sprach mich an,  hätte mich heute nachmittag vermisst,  wollte ihm die Wahrheit über die enttäuschende Aussicht ersparen. Eines fällt besonders auf: die Leute verlassen nach dem Essen sofort den Tisch (von Gemütlichkeit keine Spur, wahrscheinlich wird Essen hier als notwendiges „Übel“ angesehen).

Auf Tagesplan für morgen geguckt, um 05:30 Uhr soll schon Wecken sein, wahrscheinlich um an Deck irgendwelche Durchfahrten zu beobachten,  Frühstück soll wie gehabt um 07:30 Uhr sein.

Eine Zeitlang auf Deck rumgestanden, dann wieder in Bar bzw. Aufenthaltsraum, heute soll dort irgendeine Tanzveranstaltung sein, hoffentlich nicht wieder so laut wie gestern.

Scheinbar neue Gruppe an Bord gekommen, einige Typen mit blutjungen Tussis, sehen aus wie von der chinesischen Mafia.

Vom Rauchen recht starker Husten, auch Auge tränt mir teilweise, j etzt 20:05 Uhr, auf Tanzfäche hat man Tisch gestellt, drum herum sitzen die Leute, aber es tut sich nichts. Um 20:10 Uhr ging es los, ein älterer Mann pinselte irgendwelche chinesischen Schriftzeichen auf  Schriftrolle. Er wurde später als einer der  besten Kalligraphen Chinas vorgestellt, er scheint die Namen von den Leuten auf die Rollen zu schreiben. Das Ganze zieht sich hin, Kapitän tauchte auch auf, saß aber zumeist an Bar.

Kurz vor 21 Uhr ging der Karaoke-Kram wieder los, 3 Bier getrunken, um 21:45 Uhr abgehauen, Wecker auf kurz nach 5 Uhr gestellt, bin gespannt,  was das morgen Sensationelles sein soll, kurz nach 22 Uhr im Bett.

 

Sonntag 21.04.1996:                 Yangtze 3.Tag

 

Um 04:45 Uhr aufgestanden,  mal wieder laufend wachgeworden,  Schiff fuhr 10 Minuten später ab,  zum 5. Stock hoch, um an Deck zu gelangen. Durchgang mit Brett verriegelt, keine Chance,  kurz davor gesetzt,  Iin  4.Stock runter und durch irgendeinen Aufenthaltsraum der Mannschaft durch, an Brücke vorbei, um an Deck zu gelangen.  Personal auf Brücke hält uns wahrscheinlich für Gespenster,  noch stockdüster und ziemlich frisch, Ufer wurde mit Scheinwerfer abgetastet, nichts Besonderes zu sehen  (war schon zu erwarten).

Wieder runtergegangen in Lobby,  um 6 Uhr wurde Brett entfernt  (Wecken war heute um 05:45 Uhr),  wieder zum Deck hoch, lausig kalt, es wird schnell hell, lohnt sich aber nicht,  Schlucht wie jede andere.

 

 

Wasserstand ist relativ niedrig hier

 

Hunger kommt langsam auf,  um 07:30 Uhr endlich zum Frühstück, das Übliche wie gestern, dazu Speck.

Schiff hat inzwischen gehalten  (Wuchang), alle Mann von Bord,  Weg zur Straße über Strand gepflastert von Sänftenträgern,  Apfelsinen- und Birnenverkäufern.

Wetter überraschend klar, in Sonne angenehm, ansonsten relativ kühl.  In Bus rein und durch recht großen Ort gefahren bis zu einer kleinen Bucht, auch hier wieder viele Stände,  Birnen- und Apfelsinenverkäuferinnen.

Zahlreiche kleine Ausflugsboote an Ufer, es handelt sich um die kleineren Schluchten, in eins rein und bis 11:40 Uhr kleinen  Fluß hoch, ähnlich Rur.  Einige Kinder liefen am Ufer dem Boot nach, denen Münzen zugeworfen wurden, Spassvögel aus Schanghai fingen damit an. Kurz angehalten, einige hundert Meter an zahlreichen Verkaufsständen vorbeigelaufen.

 

Fahrt durch kleinere Schluchten - ganz angenehm

 

Endlich Endziel erreicht, auch hier schon fast selbstverständlich ein  „Tourist Shop“ dort und zahlreiche Stände mit kitschigem Tinnef, eine Zeitlang dort rumgehangen, unglaublich wie viele trotz der überzogenen Preise kaufen. Um kurz vor 12 Uhr in Essenssaal von irgendeinem staatlichen Touristending. Es gab diesmal keine Gabel, genausowenig wie heute morgen, scheinbar ist die Schonfrist vorbei.

Heute morgen wurden an die indonesische Gruppe noch Wasserflaschen verteilt, da das Gerücht im Umlauf war, man würde in einem unsauberen Laden essen (also hier).  Mir fällt nichts auf,  schmeckt alles wie gewohnt.

Gegen 12:35 Uhr wieder alle zum Boot und denselben Weg zurück.

Starker Durst kam auf, an Stand  Dose „SPRITE“ gekauft, schon wie erwartet den überzogenen Preis von 10 Yuan bezahlt  (hatte ich schon  mit gerechnet und von daher einen 10er zurückgehalten, ein größerer Geldschein wäre wahrscheinlich auch einbehalten worden).

Auf Boot auch sehr nette, natürlich wirkende Chinesin, die als Reiseführerin angeheuert ist und gegen die die Tussis von gestern Abend  (angeblich aus Kanton) wie billige Flittchen wirken.. Übersetzt allerdings nur wenig in Englisch, kam recht selten zu uns an

 

 

Meine heimliche "Traumfrau". Chinesische Reisleleiterin - sehr hübsch

 

Die üblichen, angeblich erkennbaren, Tiersymbole im Fels wurden vorgestellt, bis auf einen Fels, der eine Schildkröte darstellen sollte, was zugegebenermaßen einigermaßen hinkam, nichts zu erkennen  (selbst bei viel Phantasie, z.B. wird ein größeres Loch im Fels als „Panda Cave“ vorgestellt.

Wieder zum Bus, wahnsinniger Verkehr, Riesenstau, ein Bus nach dem anderen voller Touristen, es bewegte sich teilweise nichts mehr,  Ort völlig überlastet,  nur eine Hauptstraße, die mit zahlreiche Menschen, Karren etc. verstellt ist.

Das erneute Spiessrutenlaufen zwischen den Obstverkäufern zum Schiff, 20 Minuten zu spät dort angekommen, Abfahrt sollte ursprünglich um 14:30 Uhr sein.

Klamotten abgelegt und aufs Deck, „Reiseleiter“ kam an, sichtlich angetrunken, laberte teilweise wirres Zeug, würde 200 Yuan im Monat verdienen, mit Trinkgeld,  Kommision etc. das Doppelte.

Um 17:10 Uhr runtergegangen,  staubige Schuhe geputzt und kurz hingelegt, erst wachgeworden, als Durchsage kam

 Zum Abendbrot, nicht viel gegessen,  „Reiseleiter“ laberte nur dummes Zeug , erzählte den Typen aus Schanghai etwas über uns bzw. übersetzte. Sie arbeiten beim Liegenschaftsamt in Schanghai und verdienen 1000 $ pro Jahr, Fahrt ist ihnen angeblich von Arbeitgeber bezahlt worden.

 

 

Die anderen Gästen tauen langsam auf

 

Nach Essen wieder in Bar hoch, Karaoke startete diesmal direkt, wurden wieder aufgefordert auch zu singen, „Reiseleiter“ erzählte was von deutechem Film  („Handsome Boy“),  der in China sehr populär wäre, besonders die Titelmelodie (was die indonesische Reiseleiterin bestätigte). Ist mir unbekannt, Film ist in Deutschland nur in kleinen Kinos gelaufen.

Er meinte noch,  es sei kaum möglich, Taxi im Hafen von Chongqing zu bekommen,  konnte es nicht fassen, daß wir nichts vorher gebucht hatten , sieht auch schon Probleme kommen, was Hotelbuchung angeht (angeblich wenig Kapazitäten).

3 Bier getrunken, Um 20:45 Uhr ging eine Art Disco los mit ohrenbetäubendem Lärm, kaum zum Aushalten, außer der recht hübschen Indonesierin und dem „Reiseleiter“ keiner auf der Tanzfläche, er wollte mich dauernd animieren auch mitzumachen.

Nach 10 Minuten war  der Spuk schon zu Ende und die anderen kamen zu ihrem  „Karaoke-Recht“.

Um 21:15 Uhr im Bett.

 

Montag 22.04.1996:                  Yangtze 4.Tag

 

Endlich mal besser geschlafen, nicht gefroren,  da zusätzliche Wolldecke aufgelegt, um 06:30 Uhr aufgestanden, dabei war Wecken heute erst 1 Stunde später. Zum Frühstück, „Reiseleiter“ tauchte erst mit erheblicher Verspätung auf  (hat sich wahrscheinlich gestern Abend den Rest gegeben )

Wetter wieder fast wolkenlos, aber zunächst dunstig, morgens immer reichlich kühl. Landgang ist heute erst für 17 Uhr vorgesehen. Nicht viel gegessen, leichter Durchfall  (das Gerücht von dem unsauberen Laden scheint sich zu bestätigen).

Kurz auf Bude, dann aufs Deck und Buch gelesen, um 11:10  Uhr wieder runter, lästiger Schnupfen macht auch mir inzwischen zu schaffen. Um 12 Uhr Essen,. War recht gut, da mehr Fleisch, u.a. geräucherte Ente.

Danach wieder auf Sonnendeck hoch bis 15:40 Uhr, endlich mal einigermaßen warm, schon Sonnenbrand auf Armen, neues Buch gelesen  (Ute hatte jede Menge Krimis mitgeschleppt und auch an mich verteilt).

In Bude Tasse Tee getrunken,  immer noch Durchfall, um 16:45 Uhr ging es wieder raus, „Ghost-City“ ist angesagt.

Es wurde wieder an einem anderen Schiff haltgemacht, dann zur Mole, vorher wieder das übliche Ritual mit den Bordangestellten mit ihren Schärpen :“ We wish you a good journey“, „Satisfaction on the Yangtze“.

Bildhübsche Führerin, heißt Katrin (!?) und spricht sogar Deutsch.

Mit Bus 5 Minuten zu einer Seilbahnstation gefahren und Hügel hochgefahren  (12 Yuan pro Person).

Schöne Tempelanlage  (über der Stadt gelegen, die Fengdu heißt) mit allerlei Mythen und Geschichten.

 

 

Ghost City in Fengdu

 

 

 

Haessliche Stadt - inzwischen geflutet worden

 

Blick von oben auf Yangtze

 

Zum Beispiel schon am Eingang 3 Brücken, eine bedeutet Glück, die andere Wohlstand und die mittlere langes Leben, wem es gelingt die Brücke in weniger als 5 Schritten zu überqueren. Für einen Eurpäer stellt dies kein allzu großes Problem da, was bei einigen Asiaten Erstaunen verursachte.

Oder die nächste Story, wo ich aufgefordert wurde, mitzumachen: Man stellt sich in einigem Abstand vor eine Steintafel mit chinesischen Schriftzeichen, Augen zu, dreht sich dann 3* im Kreis und geht dann mit linkem ausgestrecktem Arm (vom Herzen !)  auf die Tafel zu. Meine Hand landete sinngemäß auf dem Symbol  „Pantoffelheld“,  was zu großer Erheiterung führte.

Natürlich wurde dies höflich übersetzt „tut viel für die Frau“

Außer uns noch einige andere „Langnasen“ dort.  Einmal den starken Verdacht gehabt, daß sich alte dubiose Frau an meiner Hosentasche zu schaffen macht, wo das Portemonaie steckt.  Sie folgte uns später nochmal, aber ich blieb auf der Hut.

Um 18:50 Uhr auf Schiff zurück, feuchte Tücher zum Reinigen der Hände wurden wieder gereicht. Versucht zu duschen, Wasser eiskalt,  „Katzenwäsche“ gemacht.  Nochmals „fein“ gemacht für Abschiedsdinner gleich.

Um 19:30 Uhr ging es los,  Kapitän kam von Tisch zu Tisch, Essen für ein „Bankett“ eher enttäuschend. Unterschied zu sonst: eine vernünftige Serviette und ein Glas Cherry und Schnaps, ein Toast nach dem anderen wurde ausgerufen, zu guter letzt durften wir uns neben den Kapitän setzen für Fotos. Blitzlichtgewitter, 3 Mann machten Bilder, dubiose Gestalten aus Kanton waren frühzeitig verschwunden, auch die anderen Leute an Bord haben keine hohe Meinung von den Figuren.

 

 

Abschiedsabend mit Kapitän Li

 

Jeder bekam beim Essen noch ein kitschiges, qualitativ minderwertiges T-Shirt geschenkt, auf dem die Reiseroute aufgedruckt ist.

 Zur Bar hoch, Bier im voraus bestellt, da keiner wechseln kann, Lautsprecherdurchsage es soll unten bezahlt werden, ca. 45 DM, je ca. 20 DM Trinkgeld gegeben, ob es tatsächlich der Bedienungscrew zugute kommt bleibt fraglich. Ute machte noch Photos von den Schanghaitypen, waren wirklich in Ordnung, hatten nichts dagegen und zückten ihrerseits die Kameras.

Dem Säufer Zettel gegeben, ob er für uns Taxi, Hotel und Fahrt nach Dazu arrangieren kann, verschwand kurz, es wäre zu spät.  Steht wieder nur an der Theke rum.    Wecken soll morgen um 7 Uhr sein. Um ca. 22:30 Uhr abgehauen.  Koffer gepackt, 45 Minuten später im Bett.

 

Dienstag 23.04.1996:                Chongqing

 

Schlecht geschlafen wie eh und je,  Schnupfen hat sich stark verschlimmert, Nase läuft ununterbrochen.  06:45 Uhr aufgestanden, 45 Minuten später zum Frühstück, kaum was gegessen, auf Bude rumgehangen,  Schiff legte (verspätet) erst um 09:45 Uhr  in Chongqing an.  Laut Säufer können wir mit Singapurgruppe im Bus bis zur Innenstadt mitfahren.

Koffer raus,  Wetter nicht so warm wie gestern,  da bewölkter.  Säufer nochmal gefragt ob wir tatsächlich mitfahren könnten, verneinte diesmal  (ist wohl scheinbar noch nicht ganz nüchtern).  Wenig attraktives Hafengelände, Schlepper schon zur Stelle,  Fahrt mit Taxi zur Innenstadt soll 150 Yuan  (!) kosten,  aber wenn uns nichts anderes übrigbleibt ...

Konnten dann doch mit dem Bus mitfahren,  Koffer in Gepäckfach und los,  haben einen Reiseleiter, der auch Deutsch spricht,  Säufer und französischsprechender Typ vom Schiff fuhren auch mit und wurden unterwegs an einer einfachen Unterkunft rausgelassen.  Er hatte mit Sicherheit auf ein dickes Trinkgeld von uns gehofft  (deutete schon seit 2 Tagen indirekt so was an).  Nichts gegeben, wofür ?.

In Stadt ließ man uns dann raus: „Our German friends  will leave ...“.  Unter Schulterklopfen und Bye-Bye-Rufen den Bus verlassen,  wirklich Klasse – dies ist wirklich internationale Freundschaft.

Hauptsächlich kleine Taxis zu sehen, mit unserem Riesengepäck aussichtslos. Glück gehabt, nach wenigen Minuten  stoppte auf Handzeichen ein VW-Santana.  Dem Fahrer den „Lonely-Planet“ vor die Nase gehalten und auf  Renim-Hotel gezeigt, nicht weit weg für 11 Yuan.

Hatten noch Zimmer frei, ca. 153 DM, Sachen hochgebracht, Tickets reconfirmen lassen, war wie erwartet unnötig, direkt Tour nach Dazu klargemacht an Rezeption wo Fahrer zufällig  (?) stand für 800 Yuan.

 

 

Renim - Hotel, Oper direkt nebenan

 

In Stadt totales Verkehrschaos, danach auf guter Autobahn,  fast 3 Stunden Fahrt,  recht kühl geworden,  höchstens 15 Grad,  unterwegs mußte er noch halten,  da Wagen  (auch VW Santana, hier sehr stark verbreitet)  Probleme machte mit Getriebe oder Kupplung.  Unterwegs recht viel grün, war bisher eher selten.  Endlich da,  Fahrer,  der auch kein Wort Englisch spricht wollte wohl was Essen gehen.

 

 

In Dazu

 

 

 

und nochmal

 

Wir in Anlage rein, 100 Yuan (!)  für Hongkongchinesen und Fremde,  steht auf Tafel in Englisch, ansonsten sind die Sehenswürdigkeiten, die aus in Stein geschlagenen Figuren bestehen,  nur mit chinesischen Informationstafeln ausgestattet. Parkähnliche Anlage, wo viel renoviert wird, ganz nett, aber die lange Fahrt und den Eintritt eigentlich nicht wert.

Typen aus Schanghai beim Rausgehen gegen 15 Uhr getroffen, großes Hallo,  können sich zwar nicht verständigen, wollten aber per Handzeichen wissen,  ob wir mit einem Auto  gekommen,  was wir durch Nicken bestätigen konnten.

Nur ca. 40 Minuten dort gewesen,  Fahrer für ca. 10 Minuten nicht auffindbar. Gegen 15:30 Uhr zurückgefahren. Vom Hotel direkt zur Stadt gegangen, nicht weit entfernt, an erster Bude schon abgezockt worden, 10 Yuan für eine Dose Bier bei älterer  Frau,  an nächster Bude reeller Preis von 5 Yuan, eine Büchse im Park getrunken.

Zurück zum Hotel, wohnen auf „Executive Floor“,  laut Ute würde normales Zimmer nur 48 $ kosten. Versucht zu duschen, Ding nicht in Gang bekommen, wie sich später rausstellte, mußte man einen Hebel im Wasserhahn umlegen (!),  Rasierer funktioniert auch nicht.

Ute will eine Kleinigkeit essen, habe überhaupt keinen Hunger,  nur Durst. Bier in Minibar kostet erstaunlicherweise nur 10 Yuan, man hätte also garnichts kaufen brauchen,  habe jetzt noch 3 Dosen „Reserve“.  Zum Coffeeshop, ich aß Rippen + 1 Carslberg, Ute Schnitzel, war ganz gut,  100 $ gewechselt,  hektische Betriebsamkeit in Hotel,  viele Westler,  nebenan ist Oper oder so etwas ähnliches, um 20:50 Uhr auf Bude,  2 Dosen Bier noch getrunken, um 21:45 Uhr im Bett.

 

Mittwoch 24.04.1996:                ChongqingàÜrumqi

 

Zwar schnell eingeschlafen, aber schon um 22:15 Uhr durch anonymen Anruf wachgeworden,  von da an jede Stunde wachgeworden. Um kurz vor 5 Uhr schließlich aufgestanden,  strömender Regen draußen, eine Banane gegessen, wieder Durchfall.

An Rezeption erst keiner anwesend,  waren erst gegen 06:15 Uhr raus. Weiterhin Regen und neblig, Taxifahrer hielt nach wenigen hundert Metern an und zeigte irgendeine Liste, 140 Yuan bis zum Flughafen  ( laut Säufer wären es nur 100).

Fahrt dann doch recht lange,  Fahrer meinte, daß der Flug mit Sicherheit wegen dem Wetter ausfällt. Endlich da, der Abzocker gab natürlich auch nichts raus, als ich ihm 150 Yuan gab.  Inzwischen 6:50 Uhr, noch Riesenglück gehabt, Flug soll um 07:40 Uhr gehen und standardmäßig wird 30 Minuten vorher der Schalter geschlossen.

Schwierigkeiten den richtigen Schalter zu finden,  Gepäck zusammen 44 kg,  keine Beanstandungen. Um 7:45 Uhr ging es gottlob los, Maschine voll,  hatte eigentlich nie daran gezweifelt, da Flughafen sehr modern wirkt. Tasse Tee und Kaltverpflegung eingenommen,  todmüde,  recht schnell eingeschlafen, erst wachgeworden, als Maschine um 9:15 Uhr zur Landung ansetzte, was ist jetzt los ?.  Ort heißt Lanzou, laut Durchsage 40 Minuten Zwischenlandung.

Einige Leute stiegen endgültig aus, wir bekamen „Transitkarte“ und gingen ins Flughafengebäude.

Chinesischer Student sprach uns an: „You are German ?“. Als wir dies bejahten und frugen wieso er dies so schnell erkannt habe, antwortete er: „an Deinem Bierbauch“ !  (besser die Leute meinen ich hätte einen Riesenbierbauch anstatt zu wissen, daß ein Vermögen davor hängt).

Typ spricht sehr gut Englisch, Ute auf einmal in Panik, als bei unserem Flugzeug die Türen geschlossen wurden und die Maschine scheinbar startklar ist  (dabei war überhaupt keine Durchsage gekommen). Lasse mich von ihrer Panik schon anstecken, etwas mulmiges Gefühl kommt auf  (Hauptsache Geld und Papiere sind am Mann !).

Erwies sich dann als blinder Alarm, vermute eher, daß es sich um eine technische Überprüfung handelt.

Plötzlich hantieren Leute am Triebwerk rum, Flug soll erst um 15 Uhr weitergehen.

Essensgutscheine wurden ausgegeben,  Chinese half uns, auch in benachbartem Lokal, wo alle Plätze schnell besetzt waren und wir erst dumm rumgestanden, schließlich wurden noch 2 Stühle an einem Tisch beigestellt.

Der übliche Drehtisch und für jeden standardmäßig eine Schüssel Reis, sind natürlich auch hier die einzigen Westler, bekamen dennoch 3 Teller extra, u.a. mit Krabben und Gabel ! . Wenig gegessen, Ute begeistert von den Krabben..

200 Meter zurück zum Flughafengebäude und dort rumgehangen, in der Sonne zwar warm, aber sehr kalter Wind. 2 Dosen Bier gekauft und getrunken  (irgendein Zeug in amerikanischer Lizenz gebraut, schmeckt ganz ordentlich), dazu chinesische Zigaretten (15 Yuan), die auch akzeptabel sind.

Draußen kurz rumgelaufen, nichts besonderes zu sehen, obwohl um den Flughafen herum nicht nur Prärie ist, sondern auch einige Gebäude (Hotels, Restaurants, Shops etc.).

Muss plötzlich unbedingt aufs Klo, da starke Magenschmerzen, kein Klopapier dort,  erstmal Rolle für 2,50 Yuan gekauft  (ich habs gewußt - Klopapier ist immer wichtig, leider sind die 2 mitgenommenen Rollen im Koffer).

Flug soll sich weiter verzögern und zwar auf 17:30 Uhr, 4  (eingeflogene  (?) Techniker) inzwischen zugange, scheint nicht gut auszusehen.  Die ganze Situation wirkt lächerlich: das vollbetankte Flugzeug steht ca. 50 Meter vom Flughafengebäude weg und 4 Mann fummeln an dem Triebwerk rum, vor dem ein jämmerlicher kleiner Feuerlöscher steht.

Student immer noch in unserer Nähe, hätten ohne den Typen manchmal ganz alt ausgesehen, da hier ansonsten scheinbar keiner Englisch spricht. Er sprach mit 2 recht hübschen Chinesinnen, die für einen normalen Chinesen verdammt groß sind  (sind recht gut gekleidet mit gestreifter Stoffhose und roter Jacke - Rot scheint die Lieblingsfarbe der Chinesinnen zu sein, die Hosen auch mehrfach gesehen).

Ute vermutet schon, daß wir über Nacht hierbleiben muessen.

Gegen 17 Uhr kam Student an, es würde endlich losgehen, Flasche Wasser auf Kosten der  Airline geholt und wieder in Warteraum. Um 18:15 Uhr in Maschine, Handgepäck rausholen, es soll mit Ersatzmaschine weitergehen. Manche versuchten wie die Irren ins Flugzeug zu gelangen, als wäre Krieg.

Wir haben eine Boing 737 und die Tupolews  landen und starten ohne Probleme. Gegen 18:45 Uhr endlich in Ersatzmaschine (auch eine Boing), Flug soll 2 Std. 15 Min. dauern, stimmte auch. Landschaft sieht aus dem Flugzeug aus wie auf dem Mond,  nichts grün, alles braun. Es gab eine  Kaltverpflegung  und eine Schale, mal wieder mit Reis und anderem recht scharfem Zeug, fast nichts gegessen, kann bald keinen Reis mehr ab.

Schnupfen inzwischen zwar etwas besser, aber immer noch äußerst lästig.

Pünktlich kurz nach 21 Uhr in Ürumqi,  Flugzeug stand noch nicht ganz,  da sprangen die ersten schon auf  (null Disziplin). Den chinesischen Helfer nicht mehr gesehen.

Gepäck schnell da, da die meisten scheinbar nur Handgepäck dabei hatten.

Erheblich wärmer als erwartet, 18 Grad, von Taxifahrern umlagert, haben richtig erkannt, daß wir zum „Holiday Inn  wollen  (scheinbar ist das bei allen westlichen Typen so üblich, laut  deutscher Zeitung war erst letztens eine Delegation hier von einer ostdeutschen Brauerei wegen einem Kooperationsvertrag).

 

 

HOLIDAY INN in Ürumqi

 

Diskussionen um Fahrpreis, erst wollte jeder 80 Yuan haben, Chinese in Flugzeug hatte was von 20 Yuan erzählt (wahrscheinlich nur für Einheimische)., da angeblich nicht weit weg, er hat für den selben Flug nur 1080 Yuan bezahlt (inkl. 20 % Rabatt), wir dagegen 2310 Yuan !.

Für 60 Yuan endlich einen gefunden, soll über 30 km weg sein, kam halbwegs hin, denn Fahrt dauerte über 30 Minuten.

Ute hat schon Angst, daß alles ausgebucht ist, habe da keine Befürchtungen, wer soll schon an diesem gottverdammten  Ort groß was wollen, wenn  nicht gerade ein Kongress oder eine Wirtschaftsdelegation da ist.

Von außen nur in wenigen Zimmern Licht zu sehen.

War wie erwartet kein Problem was zu bekommen, 820 Yuan + 13 oder 18 % Tax, Service an Rezeption sehr gut, Kofferträger 10 Yuan Trinkgeld gegeben.

Seit 3 Tagen nicht rasiert, relativ lange dafür gebraucht, da Stromkabel nicht richtig paßt und Klinge schon stumpf ist. (gut, daß ich ein neues Paket mitgenommen hatte).

Um 23:15 Uhr auf Utes Wunsch zur hoteleigenen  Disco, dunkles Loch, dumpfe Technomusik,  wenig los,  nach kurzer Zeit wieder abgehauen und in „English Pub“,  5 Bier getrunken

Wenig Westler hier, eine chinesische Klavierspielerin zugange, die kaum zur Kenntnis genommen wird.

Gegen 1 Uhr wieder auf Bude, CNN eingestellt, letzte Dose Bier von gestern getrunken und fast eine Stunde nur von heute nachgetragen. Ein Bier aus Minibar  (16 Yuan) noch verzehrt. Haare stehen mir von dem „BEE and FLOWERS“ - Shampoo ständig zu Berge

Dank an Gott, daß bisher alles ohne Probleme lief, auch heute wieder mehr Glück als Verstand gehabt.

Wecker auf 10 Uhr gestellt, muß unbedingt Duschen, bedauerlicherweise habe ich kein Obst von gestern mitgenommen und die Trockenkekse weggeworfen, so daß die nächsten Magenprobleme vorprogrammiert sind.

Um 02:10 Uhr total kaputt im Bett.

 

Donnerstag 25.04.1996:              Ürumqi

 

Geschlafen wie ein Toter,  um 10:30 Uhr aufgestanden,  immer noch Schnupfen,  wird nur langsam besser,  geduscht, gelesen.

30 Minuten später los,  zum „Business Center“,  Tickets müßten angeblich doch bestätigt werden, würde zeitlang dauern,  Tickets dagelassen,  zum Reisebüro, erkundigt nach Fahrt nach Turpan,  soll 2400 Yuan kosten inkl. Übernachtung, am  „Himmelssee“  läge noch Schnee,  deswegen wäre es sinnlos dorthin zu fahren.

Richtung Innenstadt gegangen,  ziemlich bewölkt, ca. 20 Grad.

 

 

Eine aeusserst haessliche Stadt

 

4 Äpfel für 6 Yuan gekauft,  hier spricht natürlich auch keiner Englisch,  gut,  daß ich Kuli dabei habe,  so daß die Preise auf irgendeinem Papier geschrieben wurden.  Ziemlich trocken die Dinger,  zu Fuß zu Markt,  wo angeblich Busse nach Turpan abfahren sollen,  es standen dort zwar einige Busse,  aber mit anderen Schriftzeichen als „Turpan“.

Versucht Taxi zum Bahnhof zu bekommen,  erfolglos,  Fahrer schüttelten mit dem Kopf oder reagierten sogar äußerst unfreundlich.

Auch hier keine Westler zu sehen,  Maßstab im „Loney Planet“ stimmt auch nicht,  endlose Straßen,  die nur kilometerlang geradeaus führen. Unheimliches  Volk  Läuft hier rum  (früher hieß das:, „asiatische Steppenhorden“), die nur 2 Arten von Menschen kennen  (man wird teilweise angesprochern: „Russki ?“, „American ?“).

Stundenlang rumgelaufen, Ute ausgehungert,  hatte sich Bananen  gekauft,  später noch Kekse,  2 * an Bude Bier getrunken.

Restaurant, wo es laut „Lonely Planet“ angeblich auch westliches Essen geben soll  zwar gefunden, aber nur chinesische Karte,  keiner spricht Englisch,  mit Händen und Füßen verständlich gemacht,  schickten uns dann irgendwo hin, wo auch nichts zu finden war  („Lonely Planet“ unter Nase gehalten, wo irgendwas von westlichem Essen stand).

Zum CITS-Office, direkt neben HOLIDAY INN gelegen,  hatte um 16 Uhr wieder auf,  hatten uns vor „Stadtgang“ schon nach Preisen erkundigt,  nach Turpan 1400 Yuan, ohne Hotel,  deutschsprechende Frau da,  wurden aber an andere verwiesen,  ich ging dann 100 $ wechseln und wieder zurück, , soll morgen früh um 9 Uhr losgehen.

Grenze zu Pakistan von pakistanischer Seite angeblich gesperrt wegen Schnee- oder Erdrutschen. Von Ürumqi gehen lediglich 2 Flüge nach Karachi,  keiner nach Indien,  das kann ja noch heiter werden.

Um 17:50 Uhr auf Bude,  eingetragen,   um 20 Uhr  zum Buffetrestaurant gegangen, endlich mal Fleisch, außerdem gutschmeckender Kartoffelsalat  (wie bei uns),  zweimal was geholt,  war wirklich gut.  Ich hatte vergessen, meinen Brustbeutel mitzunehmen, schweißgebadet nach oben , gottlob noch da.

2 Bier getrunken,  Laden recht gut gefüllt,  gegen 21:30 Uhr abgehauen,  zum Business  Center,  Tickets sind bestätigt worden,  zusätzlich noch irgendein Stempel von einer Agentur in Ürumqi drin. Flug hat sich um 10 Minuten nach hinten verschoben  (von 18:40 Uhr auf 18:50 Uhr. Je 30 Yuan Gebühren waren fällig,  finde ich etwas unverschämt für so einen teuren Laden. Um 21:45 Uhr auf Bude.,  Wecker auf 07:30 Uhr gestellt, um 22:30 Uhr im Bett

 

Freitag 26.04.1996:                 Ürumqi àTurpan 

 

Schlecht eingeschlafen, um 07:30 Uhr aufgestanden,  Rest von Koffer gepackt, Ute erst kurz vor 9 Uhr fertig, ziemlich viel los an Rezeption ,Koffer abgegeben und Zimmer für Rückkehr reserviert.

Fahrer schon da, wolkenlos und recht warm heute, Fahrt durch „Mondlandschaft“, wenig grün,

Pause gemacht an Souvenirladen, den der Fahrer ansteuerte, Tasse Tee dort getrunken. Alles ziemlich teuer, Versteinerungen erhältlich,  z.B. eine recht gut erhaltene Schildkröte für ca.. 7000 DM (!). Leute sind hier relativ aufdringlich.

 Nach mehr als 3 Stunden Fahrt da,  sieht nicht aus wie eine Oase,  aber ziemlich grün. Zum „Turpan Hotel“,  höre komischerweise kaum etwas,  200 Yuan pro Raum.

Wenig los in Hotel,  auf gut Deutsch : gar nichts,  scheinbar hat die Saison noch nicht angefangen.

 

 

Hotelangestellte vor Turpan Hotel

 

Laut „Lonely  Planet“ soll es hier ein  „John’s Cafe“ geben,  scheint geschlossenen zu haben bzw. wird renoviert. Kurz dort rumgelaufen, dann in Chinesisches Restaurant, ein paar Meter vom Hotel weg, außer uns nur noch Gruppe Franzosen da, die sich über die ellenlangen Nudeln wunderten. Die üblichen  Schalen, Nudeln + Reis, dazu Bier getrunken, kostete insgesamt 70 Yuan, .

Erheblich wärmer als bisher,  hier bekommt man im Hotel keinen Schlüssel, sondern man muß sich an die „Etagenfrau“ wenden  (soll in Russland üblich sein). Bekamen noch irgendeine Karte aufgeschwatzt, für die 20 Yuan zu zahlen waren., Fahrer lungerte in Lobby rum, um 15 Uhr los, erst zur Moschee, normalerweise 8 Yuan Eintritt, Aufpasser am schlafen, nichts bezahlt, auch nicht angesprochen worden, einige Leute kamen von Gebet raus, hatten ihre Eselskarren teilweise drau0en abgestellt.

 

 

Moschee in der Nähe von Turpan

 

 

Einheimische auf Markt

 

Weitergefahren zu einer Ruinenstadt namens Gaochang,  sehr heiß, nicht mehr viel zu sehen von der Anlage, ziemliches Stück gelaufen, obwohl uns dauernd Eselskarren folgte, der  „leichte Beute“ vermutete, hatten 13 Yuan Eintritt zahlen müssen, ziemlich durstig,  Flasche Wasser für 4 Yuan gekauft, auch dort natürlich wieder Souvenirshop, wo Fahrer wartete, französische Gruppe noch getroffen, die sich mit Eselskarren fahren ließen.

 

 

Nicht mehr viel zu sehen - enttäuschend

 

 

Filmwechsel in der Trümmerwüste

 

5 Minuten weiter gefahren zu „Astana-Tombs“, von angeblich 400 Gräbern nur 3 auf, in einer lagen 2 Mumien, in der anderen nur Wandmalereien, außer uns keiner da  (10 Yuan Eintritt).

Ca. 10 km weitergefahren, durch absolute Mondlandschaft zu buddhistsischen Höhlen, („Bezikelik Grottoes“) 18 Yuan Eintritt,  auch hier fast nichts los. Der größte Witz: nur 4 oder 5 Dinger auf,  nicht mehr viel zu erkennen  (das meiste von deutschen Forschen in den zwanziger Jahren entwendet worden und hängt jetzt in Berlin).

 

 

Kurze Rast an den von Deutschen geplünderten Höhlen

 

 

 

Ein wenig Grün hier

 

Zurückgefahren, dem Fahrer aufgeschrieben, daß er uns um 11 Uhr abholen soll,  in Straßencafe nebenan gegangen, je 2 Bier getrunken, nur 5 Yuan pro Flasche, älteres europäisches  Ehepaar am Tisch neben uns, einige Sätze mit gewechselt, wollten nach Tibet, wäre angeblich kein Problem dorthin zu kommen, Deutsche Tussi tauchte auch noch kurz auf und sprach mit ihnen.

Bazaar suchen gegangen, aussichtslos,  nichts besonderes zu erkennen,  unterwegs Zigaretten gekauft  (5 Yuan pro Packung „Suolu“ CAMEL-mäßig aufgemacht), Ute kaufte dieselbe Packung 20 Meter an nächstem Stand für 2,50 Yuan !.

Immer noch angenehm warm, Stadt gottlob nicht so überfüllt und hektisch, wenig Touristen,  Saison fängt erst gerade an,  zu Fuß kommt man überall bequem hin, wieder zurück zum „Pearl Restaurant“,  haben englische Speisekarte, wie eigentlich sehr viele Lokale hier,  Hähnchen bestellt, war ganzes Ding und ausgezeichnet, wie man sich ein Brathähnchen vorstellt !,  dazu noch Nudeln und 3 Bier, insgesamt nur 103 Yuan losgeworden, teilweise waren am frühen abend Betrunkene aus dem Laden rausgetorkelt, vielleicht liegt es an den Kellnerinnen, die russiisch und recht billig wirken.

Laden macht um 23 Uhr zu, zum Hotel, von großer Belegung immer noch nichts zu spüren.  Neue „Schließerin“ da, kam hektisch angerannt, geduscht, Wasser sensationell direkt heiß,  naß rasiert,   Zimmer sogar mit Fernseher , zwar keine First Class , aber sauber und alles funktioniert.

Preis-Leistungsverhältnis ist o.k., wie auch die Preise in dem Lokal ungewöhnlich niedrig waren.

Sensationellerweise heute keinerlei Magenprobleme gehabt, keine Schmerzen, kein Durchfall - nichts.

Bettdecke entpuppt sich als besseres Handtuch, hoffentlich friere ich nicht, um 0:05 Uhr im Bett.

 

Samstag 27.04.1996:                 Turpan / Ürumqi

 

Schnell eingeschlafen  (Bettwäsche wirkt nicht mehr ganz frisch), aber nachts wegen Durchfall  doch zweimal wachgeworden, um 9 Uhr aufgestanden, 50 Minuten später zum Restaurant von gestern abend, habe zwar keinen Hunger aber trotzdem „Omelett mit Pilzen“ bestellt,.

Entpuppte sich als normales Spiegelei, eins gegessen, dazu etwas Brot, heute morgen schon 2 Imodium genommen, Tee dazu, Kaffee laut Ute ungenießbar, so daß sie auch Tee bestellte. Fahrer ass auch dort,, 2 Franzosen kamen vorbei, ganze Gruppe scheint nur aus alten Personen zu bestehen,  kurz mit gesprochen,  fliegen heute nach Kashgar, dann nach Lhasa,  Kathmandu und von dort nach Frankfurt

Nochmal kurz aufs Klo, erneut leichter Durchfall,  gegen 11 Uhr abgehauen, Wetter: heute stark bewölkt und erheblich kälter als gestern,  höchstens 18 Grad,  nach kurzer Fahrt Stop an anderer Ruinenstadt Jiaohe, 13 Yuan Eintritt, soll von Dschingis Khan zerstört worden sein,  etwas mehr zu sehen als bei Ruinenhaufen von gestern. Außer uns nur sehr wenig Leute da.

 

 

Auch nicht uebermaessig viel zu sehen

 

In Souvenirshop, wo sich Fahrer mal wieder aufhielt, Tüte Melonensaft getrunken,  nicht zum Kaufen gedrängt worden, wahrscheinlich, weil andere Interessenten im Laden waren.

Weitergefahren, nach wenigen Kilometern Reifenpanne, Hinterrad mußte gewechselt werden,  Fahrt sehr ermüdend, Halt wieder an Shop von gestern, am Wagen müßte angeblich etwas repariert werden.

2 Tee getrunken, Leute hier sehr aufdringlich, zeigt man an etwas Interesse, hat man schon fast verloren.

Zwei schöne Zeichnungen auf großen Papierrollen gefielen mir,  Preis sank von 100$ auf 50$,  scheint mir immer noch entschieden zu hoch, würde auf Anhieb 25 DM pro Stück höchstens geben, glaube nicht, daß der Künstler dafür 20 $ oder mehr dafür bekommt. Es kann sogar mit gängigen Kreditkarten bezahlt werden.

Hart geblieben, alle Versuche zwecklos mich zum Kaufen zu bewegen  (gingen mit Preis auch nicht mehr weiter runter),  zu Hause liegt das Zeug wahrscheinlich sowieso nur rum.

Endlich weitergefahren,  kämpfe gegen den Schlaf,  viel geraucht,  Fahrer ebenso.

Gegen 17 Uhr wieder im „Holiday Inn“,  Reservierung hatte sogar geklappt,  wir brauchten noch nicht mal die Anmeldung neu ausfüllen.  Diesmal gab es sogar einen  Gutschein für einen „Welcomedrink“,  auf Zimmer  (im 14.Stock)  sogar Kekse und Trockenobst.

Kurz frischgemacht, dann wieder los,  dicke Jacke angezogen, sehr kühl, alles naß,  muß hier wohl stark geregnet haben,  Temperatur höchstens 10 Grad., auf Platz an einem Stand hingesetzt und 3 Flaschen Bier getrunken  , hier waren wir gestern auch schon,  Dumpingpreis: 3,50 Yuan pro Flasche.  Ein Kino wenige Meter entfernt, mehrere Liebespaare trafen sich an Bierstand  (ist auch nicht anders als bei uns).  Irgendein „Bruce Willis Actionfilm“  läuft dort.

An jedem Stand kann man für wenig Geld gekochte Eier kaufen,  die in einem Metallständer vor sich her brutzeln, sehen allerdings recht unappetitlich aus.

Ute zwischendurch weg, Kekse kaufen,  kam mit Kilobeutel zurück,  hatte auch Zigaretten gekauft  (die von gestern mit dem Saurier drauf),  ich kaufte unterwegs auch noch 4 Packungen von der Sorte a’ 2,50 Yuan..

Einigen Bettlern noch umgerechnet 20 - 30 Pfennig gegeben,  wurden meist von den Standinhabern vertrieben, wenn sie zu aufdringlich wurden.

Gegen 19:30 Uhr auf Bude,  Roomservice kam vorbei,  ob Bett gemacht werde soll,  abgelehnt, die paar Handgriffe kann man selbst erledigen.

Vor Betreten des Hotels an Bude noch 2 Dosen amerikanisches „Pabst“-Bier a’ 4,50 Yuan gekauft.

Der lästige Schnupfen ist endlich so gut wie weg, wenn die verdammten Magenprobleme bloss endlich weg wären, dürfte eindeutig am Rauchen liegen.

Umgezogen und um 20:30 Uhr zum Essen,  wieder zum „Internationalen Buffet“ im Erdgeschoss, so gut wie gestern, sehr voll, hauptsächlich Japaner da.

Anschließend in „Unicorn-Bar“, unsere „Welcomebons“ eingelöst. Auch hier recht voll, andere Klavierspielerin da, genießt etwas größere Aufmerksamkeit als die von gestern, die auch anschließend, allerdings nur für ein Lied auftauchte, danach wieder andere dran, die auf Wunsch einiger Japaner auch „Yesterday“  spielte.

Nur ein Bier getrunken, an Rezeption gefragt, ob wir erst um 16 Uhr ausschecken könnten, geht angeblich klar (nach kurzer telefonischer Rücksprache).

Um 22:45 Uhr auf Zimmer, 1 Dose Bier noch reingezwängt, 1 Stunde später todmüde im Bett, noch nicht gepackt, sieht chaotisch aus.

 

Sonntag 28.04.1996:                 ÜrumqiàKashgar

 

Einigermaßen eingeschlafen, durch Hustenanfall wachgeworden, Erkältung doch noch nicht 100%ig weg,  um 11:40 Uhr erst aufgestanden, total trockenen Mund, geduscht und Klamotten zusammengepackt,  rumgedöst.

Wetter scheint heute etwas besser zu sein, Trockenobst und ein paar Kekse gegessen.

Kurz nach 15 Uhr Anruf von Housekeeping, wann Zimmer gemacht werden könnte,  ihnen gesagt,  daß sie in einer Stunde anfangen können.

Gottlob bis jetzt noch keine Magenbeschwerden, obwohl schon relativ viel geraucht.

Buch schonmal rausgekramt  (um das Rumhängen am Flughafen zu nutzen).

Um 15:40 Uhr  ausgescheckt und  noch ein paar Minuten draußen rumgelaufen,  zwar wolkenlos, aber sehr kühl.

Um 16:45 Uhr mit Taxi los,  unsympathischer Kerl,  der erst (wie erwartet) 100 Yuan forderte,  gab sich dann mit 80 Yuan zufrieden.

Gepäck wiegt zusammen 46,5 kg , davon Utes Koffer allein 25,5 kg (!), da helfen auch keine Reklamationen oder sich dumm stellen,  92 Yuan Nachgebühr sind fällig . Kontrollen ansonsten gewohnt lasch.

Um 17:50 Uhr in Warteraum,  noch 1 Stunde bis zum Abflug,  Boarding begann dann doch schon sehr zügig, unglaublich,  was manche an Handgepäck mitschleppen !, es ist mir schleierhaft, wie die Leute den Krempel durch die Kontrolle bekommen haben.,  die ersten 2 Sitzreihen waren leer,  dort wurde das eingesammelte übergroße Handgepäck abgelegt  (scheinen standardmäßig frei gelassen zu werden,  jetzt verstehe ich auch die Strafe fürs Übergewicht beim Einchecken).

Bei der Maschine handelt es sich um eine Tupolev  (komme ich auch mal in den „Genuss“ mit so einem Ding zu fliegen),  angeheuert von der „Air Volga“.   Sieht aber ganz passabel aus,  lediglich Handgepäckboxen sind sehr klein,  bekomme meinen Kram dort nicht rein, unter Sitz gestellt.

Um 19 Uhr hob Kiste ab  (hat nach meinem Gefühl mehr Schub als eine vergleichbare Boing),  Saft und Tee wurden serviert, als Essen eine Packung Kekse und eine Tafel Schokolade, die ich vollständig verzehrte, äußerst mäßiger Geschmack,  Kakoaanteil wahrscheinlich gleich null.  Zwar noch gehofft, daß es „richtiges“ Essen gibt,  da Stewardessen mit entsprechendem Wagen Richtung Kapitän gingen, tat sich aber nichts,  im Gegenteil: der Vorhang wurde zugezogen, wahrscheinlich schlagen sie sich jetzt selbst den Bauch voll.  Nach Genuß der Tafel Schokolade sowieso schon fast satt, es gab auch noch eine Tüte getrockneter Weintrauben, die ich als „eiserne Reserve“ direkt gebunkert habe.

Gegen 20:40 Uhr Landung,  total bewölkt,  21 Grad,  sieht nach Regen aus,  Gepäck einigermaßen zügig da, unerwartet nicht von Taxifahrern belästigt worden,  im Gegenteil:  Soldat oder Polizist winkte noch eins für uns ran, Typ weigerte sich Taxometer anzustellen, höchstens 10 km, 50 Yuan in die Hand gedrückt, gab sich damit erstaunlicherweise ohne Maulen zufrieden,  zum Seman-Hotel,  (laut „Lonely Planet“ der beste Platz am Ort), englisches Paar an Rezeption, scheinbar auch gerade angekommen. Der erste Eindruck ist eher enttäuschend, Zimmer zeigen lassen - na ja,  Bad sieht verheerend aus,  ansonsten wie erwartet,  soll 120 Yuan kosten, „bessere“ Zimmer zeigen lassen in Nebentrakt, der gerade renoviert wird,  die Dinger sollen 200 Yuan kosten,  sind aber auch nicht viel besser, starker Toilettengeruch macht sich hier breit.

Schließlich doch die billigeren Dinger genommen, die Engländer sind genauso enttäuscht,  mit ihnen  (beide ca. Mitte 40) zum Biertrinken verabredet, wollen sich noch anderes Hotel ansehen, an dem wir mit dem Taxi vorbeigekommen waren und was wesentlich neuer wirkt.

50 $ getauscht,  Bedienung hier äußerst lahmarschig und lustlos, auch hier gibt es keine Schlüssel, stattdessen wieder „Schliesserin“ auf jedem Flur.

Klamotten hingeschmissen und zu „John’s Cafe“ direkt gegenüber  (Laden existiert im Vergleich zu Turpan hier noch), einige Franzosen an Nebentisch, einer wollte noch etwas wissen aus unserem Reiseführer.

Hähnchen bestellt,  (Ragout-ähnlich mit Pilzen und Reis), war ganz ordentlich, draußen gesessen, ziemlich kühl.Engländer tauchten auf,  wohnen in Peking,  haben nur 30 Yuan Taxikosten bezahlt vom Flughafen,  Fahrer hätte auch Taxometer angestellt. Waren in neuem Hotel, soll erheblich besser sein,  dafür allerdings doppelter Preis: 240 Yuan.

2,5 Flaschen Bier noch getrunken, mit Essen nur 61 Yuan los.

Mit den Engländern für 8 Uhr morgen lokaler Zeit verabredet,  irgendein Festival soll angeblich stattfinden,  man kann die Leute sehr gut verstehen  („Oxford-Englisch“), angenehme Zeitgenossen.

Gegen 22:40 Uhr im Hotel, Bar oder etwas ähnliches hier nicht vorhanden, dauerte zeitlang bis „Schließerin“ kam.

An Rezeption keinerlei Information bekommen, ob Grenze zu Pakistan schon auf ist,  schon  in  John’s Cafe  gefragt, dort kann man angeblich Wagen mieten,  Grenze wäre am 1. Mai offen. (ist mir schleierhaft,  wieso das Ding John’s Cafe heißt, wird von einer recht hübschen Chinesin betrieben,  dazu noch 2 Mädchen und einige Burschen,  sie spricht recht gut Englisch, der Rest dagegen kaum).

Sogar kleiner Fernseher auf Bude,  Zimmer eigentlich doch besser als erwartet,  zwar ein bißchen eng,  aber einigermaßen sauber,  bis auf das nicht so appetitlich aussehende Bad., sogar die Toilette funktioniert.

Insgesamt wenig los an Touristen.

 

Montag  29.04.1996:                 Kashgar

 

Um 6:45 Uhr aufgestanden, wenig später zum Frühstück, zu „John’s Cafe“,  ein Omelett gegessen , dazu  Tee  ( ist hier umsonst - schmeckt auch nach nichts) , Ute verzehrte direkt 2 „Mushroom-Omeletts“.

Zurück zum Hotel,  Engländer  planmäßig um 8 Uhr in „Lobby“,  einige Zeit in Stadt rumgelaufen, von „Festival“ nicht viel zu sehen, außer daß zahlreiche Leute unterwegs sind.

 

 

Haufenweise Eeselskarren in der Stadt. Standardruf für die Viecher "Busch Busch Busch"

 

Ausgescheckt und zu neuem Hotel  („Kashgar/Gilgit-International“), auch hier wenig los,  aber Buden wesentlich besser.  Engländer kamen wenig später, lagen im Clinch mit Taxifahrer, der 20 Yuan haben wollte  (wir haben nur 10 bezahlt), obwohl er sogar Mandarin spricht.

 

 

Erregte Diskussion um den Fahrpreis

 

 

Das Hotel sieht schon wesentlich besser aus

 

Hier muß im Voraus bezahlt werden, erstmal 500  Yuan abgedrückt.

Vor Hotelgelände an Straßenstand gesetzt und Bier getrunken,  einige Pakistani gesehen, aber den ganzen Tag keine genauen Informationen.

Erkundigt wegen Fahrt nach Pakistan, die unterschiedlichsten Aussagen: angeblich alles zu, dann soll die Grenze angeblich am 4. Mai aufgemacht werden, andere behaupten, „erst in 2 Wochen“., CITS hat zu wegen Festival.

4 Bier getrunken,  sehr müde, Wetter besser als gestern, etwas wärmer.

Ute will nach Tashkurghan, um Lage zu erkunden,  ist meiner Meinung nach rausgeschmissenes Geld.

Trafen heute morgen Deutsche, die garnicht wußte wie es weitergeht, da Busfahrten Richtung Pakistan storniert wurden.

Engländisches Paar tauchte auch an dem Stand auf,  arbeiten in der Englischen Botschaft in Peking.  Einige Pakistanis lungern vor Hotel rum  (direkt neben unsere Hotel ist ein weiteres, wo laut „Lonely Planet“ hauptsächlich schwule Pakistanis absteigen würden - Chini Bagh Hotel),  sie können auch nichts Genaues zur Grenzsituation sagen, schwul wirkende Typen,  die auch noch saublöd wirken.

Gegen 15:15 Uhr auf Bude,  jetzt schon total müde,  hingelegt, um  kurz vor 19 Uhr  mit Taxi für 10 Yuan zu „John’s Cafe“,  zu Fuß sind es ca. 10 - 15 Minuten,  Engländer schon da, boten „Du“ an,  er heißt Kim, sie Elaine.

„Onion Beef“ gegessen, war recht gut,  „French Onion Soup“ weniger.  2 Deutsche dort  (Mutter, Ende 40 mit ihrem ca. 20-jährigen Sohn, sie wohnt angeblich in Peking),  wollen morgen nach Tashkurghan und um 22 Uhr zurück sein.

Kim bezahlte alles,  kann man sich wirklich super mit unterhalten.

Um 23:10 Uhr wieder im Hotel, endlich mal rasiert.  Sollen mit Engländern morgen zu irgendeiner „Sightseeingtour“.

Um 0 Uhr im Bett.

 

Dienstag  30.04.1996:               Kashgar

 

Gut geschlafen, schon seit Tagen keine ernsten Magenprobleme mehr,  kurz nach 9 Uhr auf,   zu CITS  (direkt gegenüber gelegen),  können auch nichts Genaues sagen, vielleicht in 2 Tagen mehr.

Ziemlich bewölkt mit einsetzendem Dauerregen,  Engländer hatten Auto +  Fahrer angeheuert,  um 10 Uhr mit ihnen getroffen,  vorher  noch die pakistanischen Burschen  gesprochen, wissen auch nichts Neues, wollen trotzdem fahren, ein Jeep würde 3000 Yuan kosten, ein 16 km langes Stück müßte man angeblich zu Fuß laufen, da die Straße blockiert sei,  komische Typen,  einer hat angeblich schon im Knast gesessen, ein anderer mit seinen wulstigen Lippen wirkt total schwul und der Dritte,  mit dem Outfit eines Piraten,  spricht kein Wort Englisch und sagt auch sonst so gut wie nichts.

 

 

"Zentrum" von Kashgar

 

Losgefahren, einige Grabstätten besichtigt,  da gestern Festival war,  haben die Leute heute frei,  überall wenig los, fast alle Markstände zu,  Regen fängt an,  Kim hatte als englischer Gentleman direkt zweiten Schirm dabei, bezahlte auch den Fahrer und teilweise den Eintritt.

Dem Fahrer gehen die Sehenswürdigkeiten aus  („He is running out of places“  laut Kim),  wo er uns noch hinfahren kann.

Gegen 12 Uhr zu „John’s Cafe“ auch hier keine Neuigkeiten, was die Grenzöffnung angeht, man spricht von noch 15 Tagen warten !,  Nicht viel los, 2 Bier getrunken und etwas gegessen, soll  (inoffziell) Hammel sein, bin der einzige, der das Zeug ist, schmeckte ganz ordentlich. Es fällt auf, daß man teilweise etwas ganz anderes bekommt, als einen Tag vorher bei gleicher Bestellung !.

Kim bezahlte mal wieder alles, Postkarten noch gekauft  (10 Yuan ein Block) und zu Fuß zum Hotel zurück, jetzt 14:20 Uhr, hatten schon in „John’s Cafe“ Reservierung beantragt für Flug Kashgar =è Ürumqi und Ürumqi è Islamabad, da die Lage aussichtslos scheint.

Etwas geduscht, Wasser wird nicht richtig warm, 1,5 Stunden Postkarten geschrieben, gegen 19 Uhr, zu Fuß wieder zu „John’s Cafe“ , Regen setzt wieder ein, auch  3 Deutsche, darunter die Mutter mit ihrem Sohn, die nach Tashkurghan fahren wollten, es wäre alles voll Schnee gewesen,  kein Durchkommen, hätten umkehren müssen.

Einige Bier getrunken und etwas gegessen  (Fritten kann man hier noch halbwegs geniessen), Engländer hauten frühzeitig ab, diesmal übernahmen wir die Rechnung.

Der eine Deutsche setzte sich zu uns,  ist arbeitslos, aber schon seit Anfang April unterwegs,  von Berlin nach Moskau, dann durch Kasachstan, Usbekistan etc. , meist per Zug oder Bus.

Gegen 23 Uhr machte Laden zu,  (Local Time - die allgemein übliche Beiing Time ist 2 Stunden später),  Ute hatte vorher noch nach Hause telefoniert, versuchte es auch, aber es hob keiner ab,  Deutsche Zeit jetzt kurz nach 18 Uhr. Einige Betrunkene unterwegs, Taxi unterwegs angehalten.

Pakistanische Burschen getroffen vor Hotel, suchen immer noch jemanden, der mit ihnen im Jeep mitfährt.

Versucht noch ein Bier zu bekommen, alles zu, selbst im Pakistani-Hotel nichts mehr zu bekommen, um 23:45 Uhr auf Bude, ziemlich müde.

Ute sprach heute schon von Flügen Kashgar è Ürumqi und von Kuoming nach Bangkog.

 

Mittwoch  01.05.1996:               Kashgar

 

Kurz vor 8 Uhr aufgestanden, Wetter wolkenlos, später kamen dann wieder einige Wolken auf,. ! Stunde später los, an Rezeption  Pakistani  (Saisonarbeiter),  der behauptete, daß die Straße auf  sei, ein ganzer Bus mit Pakistanis sei gestern angekommen. Typ wirkte sehr überzeugend., 50 $ noch gewechselt.

Zu „John’s Cafe“, den Arbeitslosen getroffen,  heißt  „Manfred“,  guckte ungläubig wegen der Neuigkeiten.  Die „Managerin“ von dem Laden meinte noch die Grenze sei nach wie vor zu.

Tasse Tee getrunken und zu unserem Hotel zurück.

Pakistani an Rezeption nochmal gefragt,  jetzt ist es nur noch ein Privatauto,  welches angeblich durchgekommen sei,  es läge an den chinesischen Formalitäten,  die erst ins Rollen kommen müßten..

Kurz auf Bude aufgehalten, dann Richtung Bazaar zu Fuß, viele Läden noch geschlossen wegen 1. Mai..

 

 

Alles zieht zum Markt

 

 

 

Eselskarren allgegenwärtig

 

 

Solch einen Burschen kann man anheuern

 

An Backbude  (wo wir auch gestern mit den Engländern schon waren), eine Brezel geholt  (kostet nur 1 Yuan und wird frisch zubereitet,  schmeckt mir ausgezeichnet, auch keine Magenprobleme bisher, obwohl laut „Lonely Planet“ Kashgar der Ort der Magenkranken sein soll, von dem angeblichen Erdbeben vorher auch absolut nichts zu sehen, soll irgendwo in den Bergen gewesen sein).

An anderer Bude hingesetzt und ein Bier getrunken  (3,5 Yuan),  Taxi genommen zu John’s Cafe,  Engländer sassen dort,  nochmal zu Hause angerufen, dort jetzt gegen 9 Uhr, klappte direkt, alles o.k., 1 Min 10 Sek gesprochen, mußte 2 Minuten bezahlen,  insgesamt 85 Yuan, hier jetzt 14 Uhr Ortszeit.

Postkarten hier heute morgen schon abgegeben, knapp 20 Yuan fällig gewesen. Manfred hatte erzählt, es gäbe am Freitag erst wieder Briefmarken auf Postamt, jetzt müßte man 15 Marken aufkleben, da nur kleine Werte zur Verfügung ständen.

Ute ließ sich von ihm noch Adresse geben von Reisebüro, welches Reisen nach Kasachstan und Ubekistan organisiert.

Manfred hatte einige Stories von seiner Reise zu erzählen,  ist bzw. war Sozialarbeiter, stundenlang rumgesessen und gesoffen, zwischendurch Kleinigkeit gegessen.

Engländer tauchten auf kurz vor 20 Uhr, blieben aber nicht lange.

Ein Japaner sucht noch eine Mitfahrgelegenheit, spricht scheinbar kein Englisch, aber ein anderer Japs übersetzte.

Noch zu Manfred, der im „Seman-Hotel  wohnt,  mit einigen Flaschen Bier bewaffnet, nicht mehr viel geschafft, da Ute zum Hotel zurück wollte, Taxi für die obligatorischen 10 Yuan recht schnell gefunden,  gegen 0:45 Uhr im Bett.

 

Donnerstag  02.05.1996:             Kashgar

 

Um 8:15 Uhr aufgestanden, 9 Uhr runter, 50 $ getauscht,  Raummiete war wieder fällig.

Engländer pünktlich da, zu Fuß ca. 2 Stunden durch Bazaar gelaufen,  immer noch nicht alle Läden auf,  Stück Brot gegessen, vor Hotel an Straßenstand ein Bier getrunken, recht warm, wenn auch nicht ganz wolkenlos.

Ute klagt über Kreislaufprobleme, will nochmal  ins Bett.

Keine neuen Informationen von Grenze, hoffentlich gibt das bald was, um 11:15 Uhr auf Bude, ca. 1 Sunde noch gschlafen, gelesen,  gegen 14 Uhr, zu Fuß zu  „John’s Cafe“ , Engländer schon da, auch Manfred, er wäre heute morgen vom Saufen gestern abend „fertig“ gewesen.

Elaine gab Ute Adresse, sollen sie besuchen. In Pekingn.

Angeblich wären sie noch 2 Jahre in China, vermute daß Kim beim britischen Geheimdienst beschäftigt ist  („Secret Service“), da er schon in Osnabrück, Brüssel und Hongkong war und nach jeweils 2 Jahren den Standort gewechselt hat. Wenn ich das richtig verstanden habe, haben sie 3 Söhne, sehr angenehme Leute, verschwanden gegen 16:30 Uhr, Kim  spendierte für uns zum Abschied sogar noch Flasche Whiskey, schade, daß sie schon wieder zurück müßen.

Weiter Bier getrunken, Ute und Manfred konnten stundenlang überhaupt nichts trinken.

„Onion Beef“ gegessen. war diesmal sehr ordentlich  (bestand in den letzten Tagen immer aus Hammefleisch), einige Amerikaner und Engländer dort,  Gerüchte machen wieder die Runde, Straße wäre angeblich völlig zu.

Ute will wieder  nach Tashkurghan,  („wegen der Landschaft“), ist völlig rausgeworfenes Geld, wenn es nicht weitergeht,  laut übereinstimmenden Aussagen muß es dort recht kühl sein und keine gescheite Unterkunft geben.

Jeder hat was anderes gehört, glaube langsam auch, daß es bis zum Sonntag  ( letzter selbst gesetzter Termin) nicht mehr klappt.

Einige Leute sind seit 3 Wochen  (!) hier.

Kurz vor  21 Uhr Taxi zum Hotel genommen, die pakistanischen Burschen dort getroffen, die Schwätzer wollten schon längst Richtung Pakistan unterwegs sein, wissen auch nichts Neues.

Geduscht, Eintragungen gemacht, rechne schon damit, daß die schlimmsten Gerüchte stimmen und die Grenze erst in  ca. 2 Wochen aufmacht.

Noch etwas gelesen, um 22:40 Uhr im Bett, auch hier zwar Fernseher auf Bude, aber bisher keinmal angemacht.

 

 Freitag 03.05.1996:                Kashgar

 

Sehr schlecht geschlafen,  starkes Sodbrennen von Malariatablette,  Magentabletten helfen nicht, auch kein Tee,  um 2 Uhr gekotzt, fühle mich danach etwas besser, um kurz vor 7 Uhr aufgestanden.,  Wetter stark bewölkt und kühler, hatte gestern abend schon viel geregnet mit starkem Wind, so daß wir uns in „John’s Cafe“  reinsetzen  mußten.

An Zollstation bei unserem Hotel nochmal gefragt, es sprach keiner Englisch, dennoch eins klar: Straße ist zu, ins „Chini Bagh Hotel  nebenan,  an Rezeption gefragt,  Straße würde angeblich in 10 Tagen aufmachen.

Zum CITS-Office, Frau sagte, Grenze sei auf  (!), ein pakistanischer Jeep sei durchgekommen, telefonierte dann rum, um Preis für Jeep zu erfragen. Keiner erreichbar, wollen später wiederkommen.

Zu „John’s Cafe“ , Manfred kurz danach da, Omelett gegessen und Tee getrunken, der hier im Wasserglas serviert wird,  laut Aussage der Inhaberin würde nach wie vor kein Jeep fahren, einer der durchgekommen sei,  hätte 4 Stunden Schnee schaufeln müßen, 4  Chinesen wären abgestürzt, viel Schnee und Eis.

Nochmal zum CITS-Office, einer von den pakistanischen Burschen kam mit, ein Mann  jetzt da,  Jeep soll 3500 Yuan kosten und morgen um 6 Uhr soll es losgehen, Pakistani wollte mit seinen 2 Freunden mit, abgelehnt.

Ins Hotel, nochmal Geld getauscht und erneut mit Pakistani an Rezeption gesprochen, er behauptet immer noch, daß die Straße in gutem Zustand sei.

Zur „alten Frau“ mit ihrem Getränkestand vor Hotel gegangen, 1 Bier getrunken,  inzwischen erheblich wärmer geworden und ich hatte mich extra noch „warm“ angezogen  (lange Unterhose, 2 Paar Socken etc.).

Es dauerte über 2 Stunden bis Manfred ankam, hatte Probleme mit  seinen Travellerchecks, bzw. Bank  war zu voll gewesen.

Zum CITS-Office, versucht zu bezahlen, hat zu, ist erfahrungsgemäß heute nachmittag um 16 Uhr erst wieder auf.

Ute „will sich die Haare waschen“, auf gut Deutsch: Schlafen.

Mit Manfred alleine losgezogen, da Hunger aufkommt, erst zur Backbude gegangen, 2 Kringel geholt, waren sehr heiß und schmeckten wieder gut. Viele Stände wieder zu.

Zu „John’s Cafe“,  englisches Ehepaar  (Mitte bis Ende 40, die schon 3 (!) Wochen hier sind),  sprachen uns an, ob es „Neuigkeiten“ gäbe.  Sie informiert, daß wir für morgen einen Jeep angeheuert hätten,  bedankten sich und verschwanden direkt, wollen es auch versuchen.

 

 

Hier kann man nur saufen ..

 

 

Billiard spielen

 

Knapp 2 Flaschen Bier getrunken, etwas über Indien gelabert und kurz vor 16 Uhr wieder zum CITS,  Ute dort, die 2 Engländer und ein japanisches Pärchen, die uns vom sehen bekannt sind  (hat sich ja schnell rumgesprochen, daß wir einen Jeep in Aussicht haben !).  Der Japaner sprach mit einem Chinesen, angeblich noch nicht sicher, ob heute überhaupt nochmal  aufgemacht wird. Eine neue Enttäuschung bahnt sich an, extra noch 150 $ gewechselt.

Wider Erwarten kam Typ dann doch noch 30 Minuten verspätet an, kassierte seine 3500 Yuan und gab uns undurchsichtige „Quittung“.  (Anständig von den anderen: „Ihr wart die ersten, deswegen sollt ihr auch den ersten Jeep haben“).

Die Nummer des Wagens soll erst in einer Stunde feststehen, will dann an Rezeption Bescheid sagen. Typ sah sehr gepflegt aus, hoffentlich ist es kein gerissener Betrüger, dann hat er jetzt groß abkassiert und wir stehen alle dumm da.

Bei alter Frau vors Hotel wieder hingesetzt und eine Pulle  (4 Yuan hier, in „John’s Cafe“ 3,5 Yuan) getrunken.

Ute hatte Pakistani an Rezeption nochmal gefragt,  der verbreitet wieder die üblichen Durchhalteparolen  („No problem“).

Manfred wollte noch was durch Bazaar laufen, wir gingen nochmal zum CITS-Office, um die Nummer des Autos zu erfahren. Typ nicht mehr da, stattdessen 2 Frauen, bange Minuten überstanden, eine telefonierte rum , Ort und Zeit stimmen („abholen vor Chini-Bagh Hotel“ ),  hatten auch unsere Zimmernummer, die 2 Engländer fahren morgen mit 3 Japanern  früh um 7 Uhr, wir um 6 Uhr,  Fahrt soll zunächst nur bis Tashkurghan gehen.

Manfred hatte heute noch erzählt, er wäre von Nepalesem angesprochen worden, ob er auch zu den Deutschen gehören würde, die letztens soviel getrunken haben  (scheint sich schnell rundgesprochen zu haben).

Zu „John’s Cafe“, Gruppe Franzosen wieder da, waren schnell weg, hatten wir sowieso keinen Kontakt zu,.

Ein paar Fritten gegessen .

Starke Bewölkung kommt wieder auf, rechne damit, daß es am Abend wieder regnen wird

Keinen Hunger, eine Brezel macht für fast den ganzen Tag satt,  Bedienung glaubt bestimmt schon, daß ich mich nur von Bier und Zigaretten ernähre.

Besondere Eindrücke: Jeder trägt hier einen Hut oder Kappe,  laut Kim:  „like in England 50 years ago“,  Kinder, besonders die Mädchen sind  besonders bunt angezogen, nur wenige Bettler, die einen anhauen..

Heute noch rasiert, warmes Wasser war da, langeblich Boiler defekt gewesen oder so was ähnliches laut Pakistani an Rezeption, vermute eher, daß aus Spargründen, da daß  Hotel fast leer ist,  kein warmes Wasser bereitgestellt wird.

Plötzlich kam Engländer an, Fahrt würde ausfallen !  (der Typ bringt nur Pech, richtiger Seuchenvogel),  hätte Typ erzählt bei dem wir heute „gebucht“ hatten,  er würde jetzt im Seman-Hotel hocken.

Er führte uns zu ihm, angeblich ginge Einreise nur von Pakistan problemlos, da es bergab ginge, es läge haufenweise Schnee, aber am Montag könne man bestimmt fahren, vielleicht schon Sonntag bis Tashkurghan. Er gab uns seine Telefonnummer, langsam schwinden die Hoffnungen, muß schon wieder Geld wechseln, ob wir hier am Montag überhaupt noch wegkommen ?.

Wieder zurück zu „John’s Cafe“, Manfred und Ute tranken Flasche Wein, ich noch Bier, komische Luft, ziemlich neblig, aber nicht kalt. Amerikaner an Nebentisch, kurz zu ihnen hingesetzt, 2 Franzosen kamen an, sprachen sehr gut Deutsch, einiges getrunken, nichts gegessen. Mit Taxi zurück, Franzosen wohnen im Chini Bagh  Hotel.

Bei alter Frau noch hingesetzt, eine Flasche dort noch getrunken, 3 weitere Flaschen noch mit aufs Zimmer genommen, 2 Flaschen mit Manfred noch getrunken, ist auch schon reichlich angetrunken.

Erst um 2 Uhr im Bett.

 

Samstag  04.05.1996:                Kashgar

 

Gegen 08:30 Uhr aufgestanden, reichlich kaputt, leichte Magenprobleme.

Manfred haute ab, will sich Fahrrad mieten. Ich machte mich 40 Minuten später auf den Weg, 70 $ an Rezeption getauscht, Geld geht weg wie nichts. Hoffentlich tut sich spätestens Montag was.

Zu „John’s  Cafe“, nicht viel los,  älteres englisches Paar  (beide ca. Ende 60), sprach mich an, sollte mich zu ihnen setzen. Tee getrunken und Omelett gegessen, Manfred kam mit Fahrrad,  frühstückte auch. Frau erzählte von Deutscher, die sie getroffen hätten, und der man Geld und Kreditkarte gestohlen hätte. Hatten auch sonst einige haarsträubende Stories zu erzählen, bewundernswert in dem Alter noch auf eigene Faust unterwegs zu sein.

Wetter zwar sonnig, aber kalter Wind, gefroren, da nur Hemd an, englisches Paar verschwand nach einiger Zeit, Manfred auch. Noch ein paar Minuten rumgesessen, viel Tee getrunken, kein Ausländer mehr da, zurückgegangen.

Wieder zahlreiche Leute, die Billiard spielten, Tische stehen mitten auf Bürgersteig, scheint hier der einzige Zeitvertreib zu sein.

Bin auf einmal todmüde, in Hotel-Lobby hingesetzt, wundert mich, daß noch keiner Kohle sehen will, Rumhängerei nervt einen, weiss absolut nicht, was man noch machen soll,  Rumlauferei durch die Gassen hängt einem auch schon zum Hals raus, zum Lesen keine richtige Lust.

Gegen 14 Uhr Zimmer bezahlt,  Pakistani erzählte, daß Bus aus Pakistan angekommen sei, zu  „John’s Cafe“,  Manfred saß schon da  mit 2 Amerikanern  (oder Australiern) , die aus Pakistan gekommen sind. Straße wäre teilweise schlecht. Der „Seuchenvogel“ hätte Mann von CITS angerufen, morgen würde kein Jeep gehen, aber am Montag.

Ein bisschen „Pizza“ gegessen ,  (Speisekarte hat man hier schon fast durch),  3 junge Amis tauchten auf, die aus Tashgurgahn zurückgekommen waren, dort sei es sehr kalt gewesen, sprachen auch von Schnee. War abzusehen, daß morgen nichts geht, obwohl Ute es nicht wahrhaben will.

Stundenlang rumgesessen, Manfred tauchte auf, brachte Fahrrad zurück  (Fahrradverleih direkt an unserem Hotel) und kam dann zurück..

Krimi gelesen, sehr kalter Wind,  reingesetzt, starkes Sodbrennen, gottlob hatte Ute Magentabletten dabei.

Franzosen kamen an, setzten sich an  unseren Tisch, Entwicklungshelfer in Usbekistan, die  4000 DM netto verdienen  (Luec und Alexandre, Luec eher Lari-Fari-Typ, (spricht fast akzentfrei Deutsch und das sehr gut) Alexandre eher ruhig, auch m.E. sympathischer  (spricht erheblich weniger Deutsch).

Ute schlug vor, daß sie mit uns fahren sollen (bin eigentlich dagegen - wird sicher tierisch eng,  sie wissen es noch nicht ganz genau.

Noch eine ganz gute Suppe gegssen und 4 Bier getrunken (zwar 0,65 oder 0,7l Flaschen, aber erheblich schwächer als bei uns - „Kashgar-Bier“)..

Laden ziemlich voll geworden, viele Leute heute angekommen, über alles mögliche unterhalten, sie wollen morgen auch  zu dem „berühmten“ Kashgar-Markt..

Todmüde, gegen 2 Uhr abgehauen

Letzte Pulle Bier noch getrunken, Toilette funktioniert wieder mal nicht richtig  (Überschwemmung),  Fehler jedoch recht leicht zu beheben, da nur Schwimmer klemmt.

Wollte eigentlich noch duschen, kein warmes Wasser.  Noch etwas Fernsehen geguckt , chinesische Propaganda,  hoffentlich nur noch 2-3 Nächte hier , falls es am Montag  doch losgehen sollte.

 

Sonntag 05.05.1996:                 Kashgar

Schlecht eingeschlafen, gegen 8:30 Uhr „Beijing-Time“ aufgestanden, Wetter sieht wieder mies aus: total bewölkt, teilweise leichter Regen. Ute gegen 10 Uhr fertig,  zum „Sunday-Market“, mit Eselskarren dorthin gefahren.

Typ hat Decke auf dem Karren, deshalb nicht so unbequem wie erwartet. Manfred gab später sogar noch 0,5 Yuan für ein kleines Brot aus, kaufte 2 Stück, kleiner als die üblichen, dennoch sensationell, daß man von dem Typen überhaupt mal was bekommt, schnorrt sich ansonsten mehr oder weniger durch.

Ziemliches Menschengewimmel dort, Manfred kaufte Fellmütze für 120 Yuan, ansonsten eher enttäuschend, viel Mist, von den handgemachten Stiefeln, von denen Kim und Elaine erzählt hatten , nichts zu sehen..

Einige Touristen dort, Japaner und Franzosen von „John’s Cafe“ auch gesehen. Mehr als 2 Stunden dort rumgelaufen, bis auf Stange Zigaretten für 22 Yuan  (wieder mal die SUOLU)  nichts gekauft.

Zu Fuß zu  „John’s Cafe“,  Bursche der uns hingefahren hatte  verfolgte uns wie eine Klette.

Manfred telefonierte mit Typ von CITS, da Franzosen mit uns fahren wollen, ob das geht. Wäre angeblich egal wieviele mitfahren, sollen sich Jeep angucken, könnte eng werden. Abfahrt ist auf 10 Uhr Bejing-Time verschoben worden,es gäbe noch Probleme mit Zoll.

Nach langer Zeit mal wieder „Fried Chicken with Mushrooms“ gegessen,  war endlich mal wieder ganz annehmbar, wenn auch fast kalt.

Engländisches Paar tauchte auf, hatten diesmal ausnahmsweise keine schlechten Nachrichten, fahren auch um 10 Uhr, angeblich Konvoy von 5 Jeeps.

Zu Fuß zum Hotel zurück, Manfred war schon vorgegangen, wollte sich noch Rad mieten  (will sich wieder  vorm Bezahlen drücken).

Wieder mal kein heißes Wasser, nach Reklamation kam es dann  (fragt sich nur wie lange). Runtergegangen und in „Lobby“ Bier getrunken, haben in einer Ecke einen Kühlschrank mit einer Bedienung  (vorher noch nie gesehen).

Einen von den kuriosen pakistanischen Burschen heute noch getroffen, sollen ihn in Lahore anrufen - bloß nicht !.

Im Zimmer war Zettel gewesen, daß Fahrt morgen um 10 Uhr losgehen soll.

Wieder auf Bude, geduscht, Wasser läßt sich nicht regulieren, geht aber noch einigermaßen.

Geld gezählt, besitze noch genau 71,5 Yuan, 460 DM und etwas über 700 $ - hoffentlich reicht das ! (kann ich nicht vertragen , wenn alles zu knapp kalkuliert ist).

Manfred kam an,  zum Chinesen gegenüber von Hotel, nichts los dort, recht große ungemütliche Speisehalle, „gegrilltes Hähnchen“ für 38 Yuan bestellt, war enttäuschend.

Manfred hat mal wieder kein Geld, kratzte seine letzten Yuan zusammen.

Ein weiterer Japaner war zu uns gekommen, ob er mitfahren könnte, sagten ihm, er soll morgen früh vor Ort sein, falls die Franzosen aus Platzmangel absagen würden, könne er mitfahren.

Strömender Regen hat eingesetzt, in Hotellobby gesetzt, Frau an Rezeption meinte noch, wenn es hier regnet, bedeutet dies in den Bergen Schnee, sie glaubt nicht, daß es morgen losgeht.

Einige Bier getrunken, mit pakistanischem Rezeptionisten gesprochen, verbreitet weiterhin noch Optimismus, auch anderer Japaner, der noch auftauchte, bin mir da nicht so sicher.

Um 23:45 Uhr auf Bude,  noch ein paar kleinere Whiskey getrunken, Manfred hatte von Hotel noch seine Freundin angerufen, auch teuer, angeblich hätte sie gehört  (im deutschen Fernsehen), daß der Pass geschlossen wäre.

Erst um 2 Uhr im Bett.

 

Montag  06.05.1996:                 Kashgar à Tashkurghan

 

Gegen 8 Uhr aufgestanden, mies geschlafen, Wetter immer noch total bewölkt, wenn der Regen auch aufgehört hat.

Um 8:30 Uhr runtergegangen, Geld getauscht: 25 $  = 800  Yuan, schlechter Kurs, ohne Quitttung, Bursche will scheinbar auch noch etwas verdienen. Kurz rausgeguckt, von Jeep nichts zu sehen, Hoffnung gleich Null.

Ute ging um 9 Uhr mit Manfred beim Chinesen frühstücken, es hätte angeblich ein Jeep dort gestanden als sie zurückgekommen seien. Ute deutete die Gesten des Fahrers als  „klappt nicht“. Stimmung sinkt. Um 9:45 Uhr kam Typ von CITS in Bude rein, wir könnten fahren !, 2 Jeeps ständen bereit, war nicht mehr mit zu rechnen.

 

 

Geschafft - die ersten, die einen Jeep haben

 

Erleichterung macht sich breit, kurz vor 10 Uhr runter, nur ein blauer Jeep steht da, die Nerven liegen blank, Japaner mit seiner blassen Freundin regte sich auf, als wir das Ding in Beschlag nahmen. Jeep etwas näher untersucht, Toyota,  schon knapp 400.000 km runter, Riß in hinterem Reifen. Franzosen kamen wider Erwarten doch noch (wollten sie gerade holen gehen, hatten uns ihre Zimmernummer hinterlassen).

Der einsame Japaner war pünktlich vor Ort, da die Franzosen mitfahren wollen, dem armen Kerl abgesagt, wird wohl mit den pakistanischen Burschen fahren müssen.

Gepäck passte mit Müh und Not rein,  Franzosen zwängten sich noch auf Notsitze im Laderaum.

Anderer Jeep auch endlich da, sieht etwas neuer aus, dafür hat unserer meine  „Glücksnummer“  17,  da kann eigentlich nichts schiefgehen. Zum Seman-Hotel, wo die anderen aufgelesen wurden, Engländer (der Seuchenvogel), schon in Unruhe gewesen, weil sie so lange warten mussten.

 Whiskey wurde in „John’s Cafe“ noch geholt (spottbillig, nur ca. 2- 3 DM).

 

 

Kurz vor der Abfahrt - die Franzosen stehen auch parat

 

Um 11 Uhr endlich Abfahrt, nach 40 Minuten erste Pause, Fahrer wollte frühstücken. Ich holte mir an Straßenstand das gängige Salzbrot.

 

 

Noch schnell leckeres Brot gekauft

 

Weitergefahren,  Straße wesentlich besser als erwartet, wolkenloser  Himmel,  rot-weiße Berge und auch schneebedeckte zu sehen, kein Schnee auf Straße.

Mehrere Photostops gemacht, kalter Wind, aber dennoch nicht gefroren, da von vorneherein warm angezogen, u.a. Nierengurt und lange Unterhose. Nur Alexandre fror erbärmlich, hatte nur einen alten dünnen löchrigen Pullover und ein Sakko an. Da es im Laderaum unerträglich wird zu sitzen, setzte sich ein Franzose abwechselnd nach vorne.

An See gehalten, ein  Haus mit Restaurant  (angeblich sehr teuer) und einige Zelte. Souvenirverkäufer direkt da, allerdings erfolglos.

Nach 20 Minuten weitergefahren, Straße tadellos, wunderbare Landschaft, das Aussehen der Berge wechselt ständig: mal mit etwas Schnee, dann  voll bedeckt, dann vollständig ohne.

 

 

Kurze Pause

 

 

..an einem See

 

 

Landschaft grandios

 

 

Nur ein paar Yaks hier zu sehen

 

 

Alle Mann raus, um den zu fotografieren - peinlich

 

Kommen schneller voran als erwartet,  Strecke ist bestimmt unter 6 Stunden zu schaffen (bis Tashkurghan).

3 km vor diesem Ort wurde Tankstop eingelegt,  kurz darauf um 17:50 Uhr da,  Ort stimmt mit „Lonely Planet“ überein, eine 1km-lange Hauptstraße, sonst nichts.

Zum  Pamir-Hotel  (angeblich bester Platz am Ort,  haben auch in der Tat nichts besseres gesehen),

Recht viel los in dem Laden, auch andere Gruppen angekommen, Gesichter kamen einem teilweise bekannt vor. Ein sogenanntes „Standardzimmer“ kostet 100 Yuan, doppelt soviel wie im „Lonely Planet“ angegeben.

Leute von dem anderen Jeep, der mit uns gefahren war,  nahmen Sammelunterkunft für 15 oder 25 Yuan.

Zimmer ungefähr Seman-Standard, aber keine Seife, zudem sind die Handtücher feucht. Seit Tagen kein Strom in dem Ort. Endlich kann ich mal meine mitgeschleppte Flasche  SAGROTAN einsetzen, Toilette desinfiziert und Pulle den Franzosen gegeben.

In Lobby gesetzt, sensationellerweise kamen die pakistanischen Burschen auf einmal angefahren mit Jeep, der einsame Japaner wie erwartet auch dabei. Der Rädelsführer spuckte große Töne, er wäre in CITS-Office gegangen und hätte gefordert „I want a Jeep“, wahrscheinlich muß der Japaner löhnen,  scheinen auch Sammelunterkunft zu nehmen.

Kalt im Hotel, Rädelsführer der Pakistanis kam zu uns und laberte groß rum, sie hätten angeblich alle keine Pässe, verloren, gestohlen oder so ähnlich.

3 Bier in Lobby getrunken  (a ‘ 5 Yuan), Bedienung scheint sich über uns  „versoffene“  Deutschen innerlich kaputtzulachen. Großspuriger Kanadier tauchte auch noch auf und quatschte uns an, sprach ein paar deutsche Worte.

Kurz nach 20 Uhr in Essensaal mit Ute und Alexandre,  Manfred und Luec die einzige Sehenswürdigkeit des Ortes besichtigen : eine verfallene Festung, kamen dann etwas später.  Pauschalpreis 50 Yuan pro Person, war ganz ordentlich, einige an unserem Tisch orderten mehrfach nach, Teller wurden immer kleiner, Getränke umsonst.

Hektische Aktivitäten in Hotel, Angestellte liefen mit großen Kannen voll mit heißem Wasser rum, Kerzen wurden schon  beim Einchecken  verteilt.

Auf Bude, jetzt zahlt sich endlich die mitgeschleppte Taschenlampe aus, Kerzen wurden aufgestellt, reichlich dem Whiskey zugesprochen, mehr als mir bekommt, obwohl schon schlechteres zeug getrunken.

Mit allen verfügbaren  Decken und  angezogen ins Bett.

 

Dienstag   06.05.1996:              Tashkurghan à Sust à Karimabad à Gilgit

 

Trotz der Kälte geschlafen wie ein Toter, Um 7:30 Uhr durch Wecker geweckt worden, ich sollte Leute um 8 Uhr wecken, irgendwas stimmt da nicht,  im ganzen Hotel totenstill, noch stockdüster, wahrscheinlich wieder der Hantier :  lokale Zeit - Beijingtime,  nochmal hingelegt.

Nicht zum Frühstück um 09:30 Uhr da starke Kopfschmerzen

Gegen 10:30 Uhr ging es weiter,  nur wenige hundert Meter bis zum Zoll,  dauerte ziemlich lange bis Beamte kamen, nur Passkontrolle, die pakistanischen Burschen kamen sogar durch mit ihrer hanebüchenen Story,  daß alle die Pässe verloren hätten und ihre chinesischen Verlustbescheinigungen vorlegten.  Freuten sich danach wie sonst was, irgendetwas stimmt mit den Typen nicht.

 

 

Immer mehr Schnee

 

Wetter ähnlich gut wie gestern,  endlich weitergefahren, wunderschönes Panorama, immer höher hinauf,  Straße langsam immer mehr schneebedeckt,  hoffentlich bleiben wir mit den abgefahrenen Reifen nicht stecken !.

Und schon ist es passiert,  kurz vor dem höchsten Punkt, steckt die Kiste fest, alle Mann raus und schieben, Luft ist unheimlich dünn,  total fertig nach der Schieberei  

 

 

Wagen steckt fest - alle Mann schieben

 

(Wagen recht schnell frei bekommen), an höchster Stelle (4980 m) Halt gemacht, einige Fotos geschossen. Wenn man in dieser Höhe noch raucht, bekommt man fast überhaupt keine Luft mehr, man kann sich fast nur in Zeitlupe bewegen.

 

 

Knapp 5000 m  erreicht, rechts einer der "unheimlichen" Pakistanis

 

Kurz nach Weiterfahrt blieb pakistanischer Jeep stecken, 30 Minuten dauerte es,  denn Wagen wieder frei zu bekommen  (hatte mich zurückgehalten, fühle mich immer noch reichlich schwach, eine Imodium eingeworfen, da sich Magenprobleme ankündigen). Wagen ohne Schaufeln, ohne Schneeketten, alles fehlt. Einer hatte die glorreiche Idee Fußmatten unter die Reifen zu legen, klappte dann.

 

 

Landschaft wirklich beeindruckend

 

 

Sind jetzt in Pakistan. In dieser Höhe natürlich keine Zollstation vorhanden

 

Schnee wird langsam weniger, dafür Wetter schlechter, : bewölkt und kalter Wind, einige Stellen, wo Hang runtergekommen war und mit Planierraupen der Weg freigemacht werden mußte. Plötzlicher Stop, 20 m vor dem pakistanischen Jeep (der immer der erste sein will), war der Hang  runtergekommen. Scheinbar kein Weiterkommen mehr möglich. Glück gehabt, Straße durch einige größere Steine blockiert, einige lebensmüde Freiwillige räumten die größten Brocken beiseite, Hang gibt immer noch nach, ab und zu kommen Steinbrocken mit großer Wucht runter.

 

 

Grosse Steinbrocken blockieren den Weg

 

 

Ganze Hänge kommen runter

 

Alle Aussteigen, schon rechtzeitig auf die „sichere“ Seite gebracht, alle sollten rüber,  Leute liefen teilweise um ihr Leben  als wieder Steine runterkamen. Nichts passiert, alle in Sicherheit,  nur die Jeeps stehen noch auf gefährlicher Seite. Unsre Fahrer, will es riskieren über das Geröll zu fahren, jagte dann auch erfolgreich die Kiste rüber  (scheint noch der erfahrenste Fahrer zu sein), die anderen folgten. Der  4. Jeep  (letzter Jeep) blieb mittendrin stecken, alle Männer rannten wie die Geisteskranken dorthin um den Mann freizuschieben, zurückgehalten, will hier nicht den Heldentod sterben, außerdem genug Mann an dem Jeep, der erfolgreich auf die sichere Seite geschoben wurde.

Einige mit den Nerven fertig, wurde gefragt, ob ich noch Whiskey von gestern hätte bzw. was zu Rauchen.

Rest der Fahrt bis Sust  halbwegs annehmbar, teilweise stehen herrenlose oder umgestürzte LKWs  in der  Gegend rum, runtergerissene Telefon- und Strommasten Standard, pakistansicher Jeep noch Reifenpanne, kein Wunder so wie die fahren.

 

 

Die hat es erwischt ...

 

 

Und die hier auch

 

Stop an pakistanischer Grenzstation, Paßkontrollen, Typen taten auffällig freundlich. Endlich in Sust, besteht lediglich aus einer größeren Straße und ein paar Buden.

Auf Hinterhof gefahren - Endstation, Fahrzeuge fuhren „leer“ zurück  (man hätte dem Fahrer das restliche chinesische Geld geben sollen).

Stempel in Paß einigermaßen zügig bekommen, danach nur rumgehangen, Gepäck soll noch kontrolliert werden, tut sich nichts, da die Burschen Pause machen. Gerüchte machen die Runde, angeblich ist die Straße an  1 oder 2 Stellen verschüttet, Weiterfahrt sei nur bis Gulmit möglich. Halb verdurstet,  Gott sei Dank habe ich noch 50 Rs in der Tasche, dafür an einer Bude noch 2 Flaschen Wasser bekommen. Vor „Zollgebäude“ lungern einige Jeepfahrer rum, können keine Einigkeit erzielen, die anderen wollen kleinen Wagen. Einen größeren für 66$ bis nach Gilgit schließlich angeheuert,  hier hat keiner Lust länger zu bleiben,  Fahrer will versuchen durchzukommen,  die Franzosen und Manfred wollen nur bis Karimabad.

Nach über 1 Stunde Rumhängerei kam ein Typ an, es würde keine Kontrolle stattfinden, wir könnten gehen  (das hätte man auch früher sagen können !).

Mit 5 Mann wieder auf den Jeep, etwas kleiner als der letzte,  noch ein anderer Pakistani mit im Wagen.

Es wird auffällig langsam gefahren, Fahrer quatscht laufend von Hotel in Gulmit, wo es angeblich auch Bier geben soll und deutsches Essen  („no problem“) - lächerlich, ein üblicher Hotelschlepper. 2 Fotostops wurden gemacht, er fuhr auch nicht wesentlich schneller, als wir ihn  darauf hinwiesen. Er steuerte Hotel an, um dort „Tee zu trinken“ („Marco Polo Hotel“, wo angeblich auch andere seien, mit denen wir gekommen wären).

Heftige Proteste von Ute,  er faselte etwas von Bank in Ort, dorthin gefahren,  hatte wie zu erwarten war zu, nachdem er merkte, daß mit uns nichts zu machen war und wir ihn darauf hinwiesen, daß unsere Zeit knapp ist,  fuhr er dann doch weiter.

Plötzlich ist die Straße durch eine Schneelawine blockiert,  es führt zwar eine etwas steile Umleitung dort rum, aber Typ weigert sich weiterzufahren  (andere übrigens auch).  Sollen in sein empfohlenes Hotel und morgen um 5 oder 6 Uhr morgens weiter, dann wäre angeblich der Schnee gefroren und es wäre leichter auf die andere Seite zu kommen.

 

 

Eine Lawine hat sie Strasse blockiert - Ist dies das Ende ?

 

Ausgestiegen und auf die andere Seite gegangen, dort stehen Fahrzeuge, die Richtung  China wollen.

Ein Fahrer riskierte den Umweg und kam auch durch. Unser Fahrer absolut nicht zum Weiterfahren zu bewegen, müßte dann noch angeblich nachts zurückkommen

Schließlich sollen die Autos getauscht werden, ein Typ schleppte unsere Koffer auf  andere Seite,  Manfred hatte dort „Wache“ gestanden, er erzählte,  daß die Typen auf einmal nicht mehr tauschen wollten  („laßt uns zurückfahren- Sust ist häßlich- es ist besser umzukehren“)

Dann endloses Palaver über den Fahrpreis mit dem alten Fahrer, er fordert den vollen Preis, schließlich gab Ute und ich ihm je 10 $ und 200 Yuan  (50 von mir, Rest größtenteils von Alexandre, Kleingeld wird abgewiesen), Manfred natürlich wieder „außen vor“.  Endlich in Minibus drin, nach weiterem Palaver ging es endlich weiter  (ca. 40 $ hat der Verbrecher kassiert).

Strecke relativ frei, um 18:05 Uhr pakistanischer Zeit in Karimabad, Ute will unbedingt weiter nach Gilgit, bin derselben Meinung,  solange die Strecke noch irgendwie frei ist, heißt es nur so weit weg wie möglich,  bevor es wieder zu einem Stop kommt..

 

 

Ein Blick zurueck - Das Groebste ist geschafft

 

120 $ Fahrkostenanteil von den Franzosen bekommen, es heißt Abschied zu nehmen , neuen Jeep angeheuert, der Fahrer, mit dem wir gekommen waren macht sehr niveauvollen Eindruck, scheint hier auch jeden zu kennen, half uns den neuen Wagen zu bekommen.

Zufällig fuhr auch Bus vorbei, in dem die pakistanischen Burschen saßen, sollten dort mitfahren. Abgelehnt,  wir bräuchten keine Angst vor Pakistanis zu haben, ihn darauf hingewiesen, daß wir die Typen kennen würden.

Nach wenigen Minuten endlich kleinen Jeep bekommen (35 $ bzw. 1000 Rs), es wird immer dunkler, Gewitter kommt auf, hoffentlich ist die Straße in der nächsten Kurve nicht schon verschüttet.

Hörte aber bald auf zu regnen, recht zügig vorangekommen,  Augen brennen mir von dem Staub und Übermüdung, gegen 20:30 Uhr endlich in Gilgit, Serena Hotel, schon stockdüster, Geld gewechselt und Fahrer bezahlt.

Bude macht sehr guten Eindruck,  um 21 Uhr zum Dinner,  überwiegend englischsprechende Leute (Gruppe) anwesend, an Büffet bedient,, alkoholfreies Bier getrunken  (nichts anderes erhältlich), 560 Rs los, 50 Rs Trinkgeld gegeben.

An Rezeption noch erkundigt, ob es möglich sei einen Flug von Skardu nach Islamabad  übermorgen zu bekommen.

Wäre nahezu unmöglich, da auch nicht sicher sei, ob die Straße nach Skardu frei ist.

Müßen wohl mit Auto nach Islamabad, würde 12 - 13 Stunden dauern und 5000 - 5500 Rs kosten, Typ an Rezeption rief in Islamabad an, Strecke soll noch frei sein.

Auf Bude, geduscht, rasiert und frische Klamotten angezogen, man fühlt sich wie neugeboren, noch eingetragen, um 23:20 Uhr im Bett. Zimmer macht hervorragenden Eindruck, ziemlich groß, sauber und mit schöner Terrasse.

Unterseite meines Koffers ist beschädigt  (Loch), hoffentlich hält das Ding noch, Temperaturen bei weitem nicht so eisig  wie vor 2 Jahren, sogar recht mild, erheblich grüner, soll aber viel geregnet haben.

 

Mittwoch  07.05.1996:               Gilgit à Chilas à Besham  à Islamabad

 

Schlecht geschlafen, konnte erst nicht einschlafen, dann klopfte es um 5 Uhr,  war aber nebenan, als Leute, scheinbar die Reisegruppe, geweckt wurden.

Nicht mehr eingeschlafen, um 7:15 Uhr aufgestanden, Stunde später zum Frühstück.

Zur Rezeption, nach Wagen gefragt  (Jeep - sicher ist sicher !), 203 $, soll um 9:30 Uhr losgehen, Fahrt soll 14 - 15 Stunden dauern.

Hat scheinbar die ganze Nacht geregnet, ziemlich stark bewölkt, um 9:23 Uhr los, Wetter wird immer besser, fast wolkenlos und warm.

Um 9:20 Uhr in Chilas, 15 Minuten Pause am Motel gemacht, Tee getrunken (20 Rs), von der alten Garde von vor 2 Jahren keinen mehr gesehen, ganz angenehm draußen zu sitzen. Fahrer fuhr auch weg, Ute schon in Unruhe, als er ein paar Minuten später als verabredet zurückkam.

 

 

Kurze Rast in Chilas

 

Nach ca. 20 Minuten weitergefahren, Straße bis auf wenige Stellen gut , um 17:15 Uhr in Besham, Augennerv wieder entzündet, kein Wunder in dem zugigen Jeep. Ins dortige Motel,  Cola + Tee getrunken, Omelett gegessen (120 Rs). Teller wurden gerade auf Tisch gestellt, als 2 Erdstöße die Bude erzittern ließen. Alle  Mann raus, Spuk nach kurzer Zeit vorbei, mit mulmigem Gefühl zu Ende gegessen,  wenig los in dem Laden, ist renoviert worden. Nichts wie weg hier, um 17:50 Uhr weiter, je näher wir nach Islamabad kommen, desto staubiger wird die Straße, unangenehmer Geruch in der Luft, unglaublich, wie viele Fahrzeuge hier ohne Licht fahren. Straßenlaternen nicht vorhanden, erschreckend wie wenig Frauen in den kleineren Städten auf den Straßen zu sehen waren, Pakistan scheint immer immer islamistischer zu werden.

Fahrer fuhr auf einmal Nebenstrecke , dachte schon an Raub,  Messer schonmal parat gehalten.

Um 23:50 Uhr am Holiday Inn, Fahrer meinen Pullover gegeben, Ute spendete ihre  Jacke, Laden erheblich teurer, als vorher gelesen. Alkohol gibt es auch hier nicht ist.

Ist mir egal, besser direkt ins Bett. Sie will morgen schon weiter - ein Wahnsinn, meine Augen sind stark gerötet und brennen wie sonst was. Ein  Hoteltyp wollte dann doch noch Bier besorgen: 15 DM für eine Dose !, ist ja Wahnsinn, abgelehnt.

Zimmer kostet 4500 Rs, von wegen 75 $ wie angegeben, dafür wäre Frühstück enthalten. Burschem 1 $ Trinkgeld gegeben.

Mußten heute auf der Strecke 5 mal (!)  an „Check-Post“ halten und wieder Name, Beruf, Paßnummer etc. in großes Buch schreiben, die Angaben kontrolliert keiner. Waren beim ersten Halt, die ersten, die sich seit einem Monat eingetragen haben.

 

 

Mal wieder Halt an einem Streckenposten

 

 

Das ist der sehr zugige Jeep - mal wieder Stop an einem "Kontrollzelt"

 

Um 0:45 Uhr im Bett, eine Bifi noch gegessen und Wasser getrunken.

 

Donnerstag 09.05.1996:              Islamabad à Lahore à Delhi

 

Mäßig geschlafen, lautes Geräusch von Kühlschrank, um 5 Uhr schon wachgeworden durch lautes Quatschen auf Flur.

Toilette ist mit 2 Klos ausgestattet, eins Indian Style, das verschmutzt war, ein Handtuch scheint auch schon benutzt worden zu sein. Augenschmerzen gottlob weg, dafür leichten Durchfall. Alte Klamotten aus Koffer rausgekramt und auf Haufen geschmissen, Regenschirm auch. Zettel draufgelegt, daß ich den Kram nicht mehr brauche.

Um 9 Uhr zum Frühstück,  Angebot eher kläglich, mit fast ungenießbarem Tee.

Insgesamt das schlechteste Holiday Inn, das ich je gesehen habe, Ute hatte gestern abend schon davon gesprochen ins Pearl Continentel  zu gehen, Preis ist ähnlich hoch, dafür gibt es Alkohol. Wäre natürlich Schwachsinn gewesen, wegen ein paar Bier noch spät abends sich dort einzuquartieren.

Zum „Air Center“, Typ will versuchen Tickets nach Delhi über Lahore zu bekommen. Jetzt 10:05 Uhr, sitzen in Lobby rum, wissen in 30 Minuten mehr, alle Maschinen nach Lahore scheinbar voll, wollen es mit Busines Class versuchen. Typ kam nach 40 Minuten an., Tickets wären da, sensationellerweise waren noch Plätze verfügbar von Lahore nach Delhi, nach Lahore allerdings auf Warteliste, machte uns aber Hoffnung,  konnten sogar mit Kreditkarte bezahlen.

Kurz Hotel verlassen, um die restlichen Rupies unter die Leute zu bringen, ein Hemd für 525 Rs und Stange Zigaretten für 250 Rs gekauft, immer noch ca,. 200 Rs übrig.

Ute kaufte Kleid und Zigaretten. Wolkenlos und wahnsinnig heiß.

Es stellt sich die Frage, ob wir Taxi nehmen sollen oder Shuttlebus, letzteren genommen, da die Optimisten überwogen, daß wir noch pünktlich zum Flughafen kommen würden.

Kurz vor 12 Uhr zum Flughafen, am Schalter erst zurückgewiesen worden, zu guter letzt klappte es dann doch noch, mußte mein gesamtes Handgepäck auspacken, wahrscheinlich wegen der Gabel, die trotzdem nicht gefunden wurde.

Um 13:20 Uhr  (10 Minuten verspätet)  Abflug, eine Tüte Saft wurde ausgegeben, das obligatorische Gebet vorher. Nach nur 35 Minuten Flug da, Gepäck zügig da,  Porter angeheuert (schon in Islamabad 50 Rs gegeben, viel zuviel, aber was soll ich noch mit dem Geld ?).

Ging alles schneller als erwartet, International Departure direkt nebenan, es bestand schon Sorge, daß wir es nicht rechtzeitig schaffen, um 13:20 Uhr Abflug  (auch diesem Porter 50 Rs gegeben, der zufrieden verschwand,  für beide Flüge nur ca. 180 DM bezahlt, der Pakistani hatte recht, der sagte „Transportation is very cheap in Pakistan“)

Gegen 14 Uhr da, Immigration langwierig wie immer, einiges ist modernisiert worden, erkundigt, was das Hotel Imperial kostet, über 180 DM - Wahnsinn.  Pre-Paid-Taxi zum Kanishka-Hotel genommen, direkt am Flughafen wieder „Helfer“ zur Stelle, die dann einen „Tip“ haben wollen, nur weil  sie den Koffer 1 Meter getragen und in den Kofferraum gehievt haben. Alle abgewimmelt bzw. nichts gegeben.

Sehr heiß  (41 Grad  !), Preis des Hotels noch akzeptabel: 78 $ + 10% Tax.

Auch hier gibt es derzeit keinen Alkohol, wegen der stattfindenden Parlamentswahlen ,3 Tage nichts, auch nicht auf Zimmer , erst morgen wieder.

Kurz auf Bude,  recht ordentlich, obwohl Hotel von aussen reichlich haesslich. Janpath hochgegangen, von Getränkestand zu Getränkestand geschleppt, für Schwester noch 5  Ketten gekauft in tibetanischem Laden, Typ wollte erst 250 Rs, als ich den Kram wieder weg tat, ging er runter schließlich auf 210 Rs geeinigt, obwohl ich erst nur 200 Rs zahlen wollte.

Von zahlreichen Bettlern angehauen worden, einem einarmigen etwas gegeben. Versucht zu Hause anzurufen, ging keiner dran, Ute hatte mehr Glück, Wetter dort soll schlecht sein.

Zurück zum Hotel,  waren kurz im Imperial gewesen, Bar hat zu, aber Bier auf Zimmer ist dort machbar, jetzt angeblich auch bei uns, tat sich aber nichts - leere Versprechungen.

Augennerv überraschend nicht mehr entzündet, dafür den ganzen Tag starke Magenschmerzen,  100 DM in Hotel getauscht, eine Rupie ca. 4,8 Pfennig, noch ca. 800 Rs vom letzten Mal dabei.

In Coffeeshop Hähnchensteak gegessen und Sodawasser mit Zitrone getrunken, war ganz gut, 480 Rs los. Kurz nach draußen, in Telefonbude wenige Meter von Hotel nochmal nach Hause angerufen, nachdem ein Dauerquatscher nach ca. 30 Minuten endlich fertig war. Recht lange gesprochen, nur 130 Rs los,  in Deutschland nur 6 Grad, ansonsten nichts besonderes.

Gegen 23:15 Uhr wieder auf Bude, geduscht, Hitze nicht auszuhalten, wenn man Klimaanlage abstellt, immer noch Durst wie sonst was. Gut, daß ich noch 2 Flaschen Wasser a’ 10 Rs gekauft hatte. Durchfall, hoffentlich ist der morgen weg, die obligatorische Lariam genommen, um 0:15 Uhr im Bett.

 

Freitag 10.05.1996:                 Delhi

 

Recht gut geschlafen, um 8 Uhr aufgestanden, gegen 9 Uhr zum Frühstück, sogar einigermaßen Hunger, ziemlich teuer  (360 Rs).

Mit Rikscha zu British Airways, Tickets bestätigen lassen, neues modernes Gebäude.  Immer die gleiche Feilscherei mit den Fahrern, in der Regel kostet eine Fahrt 10 - 15 Rs.  Kommt einem heute nicht so heiß vor, obwohl die Temperaturen ähnlich hoch sind  (Körper hat sich scheinbar schon angepaßt).

Zu Modiluft, alle Flüge Richtung Cochin nur mit Warteliste, zur „New Delhi Railway Station“. Die Jungs haben immer noch die selben Tricks drauf:  Ticket Office wäre außerhalb, wäre überfüllt etc. Zug fährt nur an bestimmten Tagen, Gott sei Dank - das muß nicht sein !.

Zu Indian Airlines, auch hier hat sich nichts verändert (zumindest von der Einrichtung), zeitlang warten müßen, Flug nach Cochin noch erhältlich für 256 $ (!), gebucht, geht am Sonntag um 5:35 Uhr los. Man kann sogar mit Kreditkarte bezahlen.

Zu Fuß zum Palika-Bazaar, neue Schultertasche gekauft für 100 RS, die alte „VIP-Tasche“ geht immer mehr aus dem Leim. Desweiteren noch Portemonaie für 50 RS erstanden, Computerbuch für 36 RS und bei BATA ein Polohemd, der grosse Ton-Hund immer noch vorhanden..

Mehrere Trinkpausen eingelegt, Ute kaufte meist Klamotten, der erstgenannte Preis meist völlig überzogen. Auf Rückweg noch billige kurze Hose und Ketten gekauft (35 Rs bzw. 45 + 50 Rs).

An Straßenstand „Mein Kampf“ gesehen, in Buchhandlung nach einigem peinlichem Rumdrucksen danach gefragt, war sogar druckfrisch erhältlich, zwar Englisch, aber das dürfte kein Problem sein. Ute hatte wegen der „Peinlichkeit“ den Laden vorzeitig verlassen, Preis 160 Rs.

Langsam zu Fuß zum Hotel zurück, weitere Trinkpausen eingelegt,  sehr wenig „normale“ Touristen zu sehen, stattdessen fast nur ausgeflippte Hippietypen.

Um 17:30 Uhr im Hotel, zur Bar, wurden schon erwartet, Kellner kam direkt mit Bier an, jeder 1,5 Flaschen getrunken, auch teuer, fast 300 Rs..

Auf Bude, Tasche umgekramt, Kassensturz gemacht: 410 DM, 576 $ und ca. 1600 Rupies, zusätzlich schon 300 Rs für Airport Tax zurückgelegt.

Um kurz nach 19 Uhr für 15 Rs zum „Host“-Restaurant, ziemlich voll,  Chickenkram bestellt, war zwar ganz gut, aber nicht ganz daß, was ich erwartet hatte  (mit viel zuviel Käse überbacken) Ute Schweinesteak, großes Ding, kann mir das nur neidisch angucken. 1 Bier dazu getrunken und Tee, 570 Rs los,  trotz der kleinen Enttäuschung ist das immer noch d e r  Laden, 80 Rs Trinkgeld gegeben, Typ scheißfreundlich. Noch etwas rumgesülzt:“ Bestes Restaurant in Delhi „ etc.)

Für 10 Rs zum Imperial Hotel in die dortige Bar, gegen 21:20 Uhr da, wenig los, Inder setzte sich zu uns (frug vorher), würde sich einsam fühlen.

Er erzählte irgendwas von Jazzclub im SHERATON HOTEL, mit seinem Wagen dorthin,  Bursche ist schon ziemlich angetrunken,  kannte dort Hinz und Kunz, Geld scheint auch keine Rolle zu spielen, er bestellte Bier auf seine Kosten und bezahlte mit Kreditkarte.

Ziemlich voll, trotzdem noch einen Sitzplatz gefunden,  Kapelle spielte auf Bühne  (garnicht schlecht).

Typ zwar ganz umgänglich, aber traue ihm nicht, würde als Makler, Steuerberater o.ä .arbeiten

noch reichlich getrunken

Gegen 2 Uhr Laden verlassen, hat schon lange zu, aber er bekam immer noch was  Typ hatte alles bezahlt.

Er fuhr uns zum Hotel zurück, Alkoholkontrolle wäre kein Problem und mit ein paar Mark aus der Welt zu schaffen, starker Gewitterregen vorher hat aufgehört. Er will morgen zwischen 18 - 19 Uhr im „El Rodeo“ Restaurant sein.

Um 3 Uhr im Hotel, 30 Minuten später im Bett

 

Samstag 11.05.96                    Delhi

 

Erst um 12 Uhr aufgestanden, um 8:30 Uhr schonmal  wachgeworden, geduscht, rasiert und Koffer gepackt, das Ding wird immer schwerer.

Inzwischen hat ein Hagelsturm eingesetzt mit orkanartigen Böen, nach 15 Minuten war der Spuk aber vorbei.

Für 15 Rs  gegen 14:30 Uhr zur New Delhi Railway Station, von dort zu Fuß zum Parfümladen („R-Expo“), nichts gekauft, Ute dagegen haufenweise, Öle, Karten und einen großen Ganesh.

Zu Wimpy fahren lassen und von dort zu Fuß zurück zum Hotel, unterwegs noch 2 weitere Ketten gekauft und in „Annapurna Store“ (den gibt’s immer noch)  Tube Zahnpasta.

Kurz vor Hotel an Bude holländische Zigarillos, Packung über 8 DM !

Gegen 18 Uhr wieder auf Bude, Wetter nicht mehr so heiß, durch Regen gute Abkühlung

Um 19:20 Uhr los, Typ hatte sich nicht gemeldet.

Für 15 Rs zum El Rodeo. Pfeffersteak gegessen  (angeblich echtes Rindfleisch - schmeckte auch so),  Ute Hähnchen, dazu einen Pott Bier , Preis 670 Rs, Preis- Leistungsverhältnis ist im „Host“ besser, obwohl ich sehr zufrieden war.

Bin mir fast sicher, daß Typ mit anderem Kerl 2 Tische weiter sitzt  (schon angetrunken), selbe Zigarettenhaltung, selber Schnäuzer, daß muss er sein !.

Gegen 20:40 Uhr abgehauen, zur Bar ins Imperial, recht voll, nur unser „Stammplatz“ war noch frei. Andersfarbig bezogene Sessel vorhanden, laut Kellner werden die vorherigen generalüberholt.

Ca. 2,5 Flaschen getrunken,  Um 22:10 Uhr abgehauen, Typ überraschend nicht mehr aufgetaucht  (wahrscheinlich schon zu besoffen). Wollten erst Rikscha für 5 Rs nehmen, doch Fahrzeug hat Vorderrad platt, zu Fuß zum Hotel.

Bursche hatte Nachricht an Rezeption hinterlassen, daß er heute angeblich nicht könne, lächerlich !.

Schonmal bezahlt,  zu guter letzt noch ca. 800 Rs Rabatt bekommen, Kerl strich dafür natürlich ein ordentliches Trinkgeld ein. Etwas über 400 DM für 3 Übernachtungen - da kann man nicht meckern.

Zugfahrt von Coimbatore nach Madras soll laut Ute 3 Stunden dauern,  da nehme ich mir lieber ein Auto, egal was es kostet.

Wecker auf  3:20 Uhr gestellt, um 23:40 Uhr im Bett.

 

Sonntag 12.05.96                    Delhi à Cochin

Um 3:10 Uhr schon wachgeworden, Durchfall von scharfer mexikanischer Suppe gestern abend, aber nichts Schlimmes. Kurz nach 4 Uhr Hotel verlassen, Fahrt  zum Flughafen ca. 20 Minuten, Zirkus mit dem Fahrer, er wollte 200 Rs („Nachtzuschlag“), obwohl Taxometer nur 80 Rs anzeigte, er gab sich dann mit 150 Rs zufrieden, natürlich auch dies völlig überteuert..

Dem Türsteher heute morgen noch 50 Rs Trinkgeld gegeben.

Relativ viel los für die frühe Uhrzeit,  zahlreiche weißgekleidete Moslems, wollen wohl nach Mekka.

Keine Probleme beim Einchecken, obwohl Gepäck eindeutig zu schwer. Um 5:45 Uhr (10 Min. später) Abflug.

Als erstes gab es nicht das obligatorische einzelne Bonbon, sondern ein Set mit 3 Stück, Erfrischungstuch und Gewürzen, wenig später Kaltverpflegung  (Sandwiches).

Maschine fast voll, um 9 Uhr Zwischenlandung in Goa, nach 30 Minuten Aufenthalt weiter nach Cochin, Ankunft gegen 10:30 Uhr, 29 Grad, kommt einem durch die Schwüle unerträglicher vor als die 41 Grad in Delhi.

Dauerte ziemlich lange bis Koffer da waren, draußen Pre-Paid-Taxi Tisch , für 70 Rs zum Malabar-Hotel (so gut wie nichts los), macht guten Eindruck, sehr schön direkt am Wasser gelegen. Hotel nach kurzer Zeit wieder verlassen, wollten erst zum nahegelegenem Tourist-Office, hat aber zu wegen Sonntag.

 

 

Malabar Hotel von See aus

 

Im Hotel Fahrt nach Ooty klargemacht (a’ 2310 Rs) und Sightseeing Tour für heute nachmittag  (Backwaters) heute nachmittag. Ich mache morgen früh noch Besichtigungstour, Schiff  soll um 9 Uhr am Hotelufer anlegen. Werde dann  am Ende von Ute und dem Auto nach Ooty aufgelesen.

Ute wollte zum Swimmingpool, keine Lust dazu, auf Bude aufgehalten, Früchteteller wurde noch gebracht, rumgekramt, rasiert und andere Kleinigkeiten erledigt.

Um 14 Uhr kam Ute, draußen hingesetzt und je ein Bier getrunken, recht angenehm. Um 14:30 Uhr mit Wagen losgefahren, Fahrt dauerte zunächst 40 Minuten bis zu einem Bootsanlegeplatz, waren alleine, bis auf den „Reiseleiter“ und einem Ruderer, der uns 1,5 Stunden durch die Kanäle fuhr, sehr schön. Keine Touristenhorden, Temperatur auch zum Aushalten, Guide erzählte was von Kokosnußschnapsherstellung, vorher an ein paar Hütten halt gemacht, wo uns vorgeführt wurde, wie Kokosnußfasern verarbeitet werden. 

 

Tour in Kerala ohne Touristenhorden - sehr angenehm

 

 

Herrliche Ruhe

 

Aus „good will“ noch 2 kleine Ketten gekauft. Teilweise treiben Wasserschlangen tot im Wasser, würden von den Fischern angeblich totgeschlagen, wenn sie ins Netz geraten.

Diverse Krabbenzuchtteiche, allerdings keine einzige darin gesehen.

Gegen 18 Uhr wieder im Hotel, ca. 30 Minuten später mit dem Typ und Fahrer zu einer Khatakalivorführung fahren lassen (80 Rs - 100 Rs gegeben), die Tour heute nachmittag  (je 350 Rs kommt auf Hotelrechnung). Am „Theater“ (besser : Schuppen) noch nach Hause telefoniert für 184 Rs. Großes Schild am Eingang: „Recommited by Lonely Planet 96“, außer uns nur noch 3 oder 4 andere Leute da.

Großer Durst kommt auf, vorher noch vergeblich offene Getränkebude gesucht.

Älterer Kerl erzählt erstmal 20 Minuten  etwas über Hinduismus und Kerala, danach Aufführung: 3 verkleidete Männer, die zu Trommelmusik eine Geschichte vorführten: Prinz weist Mädchen ab, welches sich als Dämon entpuppt.

 

 

Im Puppentheater

 

Um 20 Uhr war schon Feierabend, ganz nett, aber nicht Überragendes (50 Rs Eintritt). Starker Regenschauer hatte eingesetzt, aber schnell vorbei, nach Aufführung standen schon Rikschafahrer parat, für 50 Rs  (1. Vorschlag des Fahrers wurde akzeptiert, da wirklich ziemlich weit)  zum „Seafood-Restaurant“ des Casino-Hotels. Hatten zwar keine Reservierung, erwies sich jedoch nicht als Problem. Auf  eine mit Palmendach ausgestattete Terrasse gesetzt.

Jeder 2 Flaschen Bier, als Vorspeise 2 recht große Prawns, dann 2 gegrillte lachsartige Fische (Angebot wurde uns vorher professionell vorgeführt). Der uns heute nachmittag empfohlene Fisch  namens „Karimi“ war nicht erhältlich, sei angeblich ziemlich selten. Zum Nachtisch Tee, zusammen etwas über 960 Rs los, für dieses hervorragende Essen wirklich spottbillig  (hatten schon mit dem doppelten gerechnet bzw. mit noch mehr).

Zu Fuß zu unserem Hotel, Wachsoldaten nach dem Weg gefragt, der sagte, es sei nur 15 Minuten, hatte zeitweise den Verdacht wir wären total falsch, aber dann doch angekommen.

Hatten heute gebeten, daß Reservierung im Savoy-Hotel in Ooty gemacht wird, sei nur für 2 Übernachtungen klar.

Draussen hingesetzt und noch etwas getrunken.

Fahrt nach Madras dauert in Wirklichkeit von Coimbatore mit dem Zug fast 9 Stunden (!), ca. 600 km. Es geht auch ein Flug von Coimbatore (45 Min.), weiß noch nicht, was ich machen soll, würde am liebsten Auto nehmen, aber Burschen rechnen 3,5 Rs pro Kilometer und das Ganze mal 2 wegen einer Leerfahrt, wird sehr teuer.

Ute trank Gin Tonic, ich noch ein Bier, wieder ziemlich schwül geworden, ca. 240 Rs bezahlt, noch geduscht und Koffer gepackt, 23:50 Uhr im Bett.

 

Montag 13.05.96                     Cochin à Ooty

Hervorragend geschlafen, um 7:45 Uhr aufgestanden, 30 Minuten später bezahlt,  in Garten auf  Boot gewartet, wieder äußerst schwül,  ziemliche Verzögerung wo Boot anhält, da Steg durch anderes Boot blockiert wird, angeblich soll das Ding dahinter halten, laut Aussage von „Soldatem“, der dort rumlungerte,, allgemeine Verwirrung, Typ hatte aber recht, um 9:20 Uhr  kam Boot,  sehr voll,  nur Inder, bis auf 4 Europäer  (1 Paar, ich alleine und ca. 50jährige alleine), nur noch Sitzplatz unter Deck bekommen, 50 Rs für Fahrt.

Zuerst zu jüdischer Gemeinde (1 Rs Eintritt - übrigens einziger Ort, wo Eintritt fällig war), dann zu Museum, 2 * was getrunken an Bude, Fahrt zu anderer Insel, Besichtigung von chinesischen Fischernetzen (in den Backwaters gestern schon gesehen), Ausbeute kläglich, nur 1 Lobster in 3 Netzen, sonst absolut nichts.

 

 

Ausbeute eher mager

 

Kirche besichtigt, angeblich älteste Indiens, Grab von Vaso Da Gama dort noch vorhanden, ist nach 14  Jahren „Ruhezeit“ nach Portugal überführt worden, rechts in der Kirche holländische Grabtafeln, links Portugiesische,

 

 

Hier war Vasco de Gama beerdigt

 

Zu guter letzt zu anderer  Insel gefahren und dort Hotel besichtigt, Topanlage, aber total heruntergekommen, um 12:30 Uhr war schon Feierabend, hatte mich schon auf 45 Minuten Warten eingestellt, aber Ute schon am Kai.

Um 12:45 Uhr dann losgefahren, dichter Verkehr, einige Unfälle,  todmüde, zeitweise eingenickt, nach 2 Stunden Pause gemacht in einem billigem Hotel namens „Diana“,  2 Omelett verzehrt + 2 Tee, nur 24 Rs, Bedienung war auch recht zügig, nach ca. 10 Minuten schon wieder raus, noch einige Minuten auf Fahrer gewartet, war in Bude bzw. Restaurant nebenan.

 

 

Wagen noch recht gut in Schuss, ebenso wie der Typ davor

 

Fahrt weiterhin sehr lahm, ging immer weiter bergauf, manches kommt mir von der 87er Tour bekannt vor,.

Erst um 20 Uhr am Hotel, 2200 Rs Fahrpreis, 100 Rs Trinkgeld gegeben, ist tatsächlich dasselbe Ding wie vor 9 Jahren mit Rotels !, Ort war allerdings nicht wiederzuerkennen, total zugebaut.

Hotel recht voll, bis auf ein englisches  Paar nur Inder hier, Temperatur angenehm, kühler Wind, ca. 20 Grad.

 

 

Savoy - Hotel in Ooty. alter englischer Stil - Klasse

 

Der Preis des Hotels beträgt 53$ + 20% Tax, aber alles Essen angeblich inklusive.

Zimmer in Pavillon ähnlich dem Windamere Hotel, zuerst in der kleinen „Canterbury Bar“ ein Bier getrunken, danach zum Dinner, Kapelle spielte, Getränke sind kostenpflichtig, ansonsten tatsächlich alles inklusive.

Tanzfläche gut gefüllt, obwohl die Gestalten genausowenig wie ich tanzen können.

Recht großes Büffet, total verstopft, deswegen hauptsächlich Gemüse genommen und vorher eine Champignonsuppe.

Nach Essen wieder zur Bar, mit einem Sikkh und anderem (angetrunkenem) Inder  gequatscht. Das Beste wäre Flug von Coimbatore nach Madras meinte der eine Inder, der hier angeblich geboren wäre und  in den 60er Jahren hier noch groß gejagt hätte, würde den Ort seit 40 Jahren kennen, jetzt wäre nichts mehr wie früher.

Bar normalerweise zwischen 22:30 - 23 Uhr  dicht, um 23:20 Uhr dort abgehauen, 2 Bier auf Bude bestellt, dort noch getrunken, geduscht,, Wasser mehr kalt als warm, meine Haare sind wie Stroh.

Die erste Devise ist morgen Flug und Taxi Klarmachen, muß Donnerstag weg.

Hatte schon gedacht, daß ich Zahnbürste vergessen  hätte, aber alles da, um 1:15 Uhr im Bett.

 

Dienstag 14.05.96                   Ooty

 

Um 7:45 Uhr aufgestanden, leichtes Unwohlsein (zuviel getrunken). Wetter wolkenlos und warm, um 9 Uhr zum Frühstück, nicht allzuviel runterbekommen.

An Rezeption 100 $ getauscht und zu Fuß Richtung Stadt, in Hotel nicht möglich Flugtickets zu buchen, obwohl Typ in Bar gestern was anderes erzählt hatte. Erst in falsche Richtung gelaufen, erkenne hier bis auf das Hotel nichts wieder.  Schließlich Rikscha für 25 Rs angeheuert und zu „MB-Travel“ in City, wäre angeblich kein Problem Flug zu bekommen, 200 Rs anbezahlt, Computer streikt, soll in 30 Minuten wiederkommen.

Für 25 Rs zu einem See fahren lassen, völlig überfüllt mit Indern (Schulferien), die hier wohl ihren Urlaub verbringen, Kaltgetränke ausverkauft, lange Wartezeit, um ein Boot zu bekommen. Eine Zeitlang auf Liegewiese aufgehalten, dann zurück, Fahrer wollte nur 15 Rs haben, fand den Weg nicht, nachdem er mehrfach fragen mußte endlich wieder bei „MB-Travel“, 25 Rs dann doch wieder bezahlt.

Computer immer noch nicht betriebsbereit, angeblich heute Nachmittag.

Zum Hotel zurück, herrlich ruhig hier im Gegensatz zur der hektischen und staubigen Stadt (hatte ich in ganz anderer Erinnerung).

Zimmer sind noch nicht gemacht worden, draußen hingesetzt und gesonnt, alte Putzfrau kam vorbei, die dann tätig wurde.

Um 13:30 Uhr zum Lunch, wieder Buffet, noch keinen Hunger, nicht viel gegessen, bemerkenswert eine „alte Diva“, die durch affektiertes Gehabe auffiel.

Um 15:10 Uhr bei der Reisebude angerufen, immer noch nichts, 30 Minuten auf Bude gedöst, als Telefon ging, Ticket wäre reconfirmed, könnte ich abholen, direkt los, 2395 Rs, inkl. 50 Rs für Anruf (!),

Schnell Rikschafahrer gefunden, wollte nur 20 Rs, ihm 50 Rs geboten, wenn er wartet, was er dann auch tat.

Ticket endlich in der Hand, wundert mich, daß ich nicht in Dollar bezahlen muß  (Preis sowieso total überhöht).

Ab 16:20 Uhr auf Bude aufgehalten, Wetter kühler geworden, Bewölkung kommt auf. Umgezogen, den ganzen Tag schon keinen Strom auf Bude, vielleicht wird der hier nur abends eingeschaltet ?.

Können doch bis zum 16. bleiben, Gott sei Dank, keine Lust zum Holiday Inn zu gehen, was wahrscheinlich auch ausgebucht ist.

Inzwischen zwar wieder wolkenlos, aber äußerst kühl, 2 Bier getrunken, es fällt auf, daß die Kinder der reichen Inder nur Englisch sprechen.

In Bar weitergetrunken, kurz zum Essen, nach wie vor keinen Hunger, überwiegend vegetarisch ernährt (das ich so mal enden würde ...)., zurück zur Bar, man kennt uns schon, Rechnung brauchte vorher nicht beglichen zu werden.

Wie immer hier nicht viel los, da sparen die Inder dran. Zu Inder an „unserem“ Tisch gesetzt, kommt aus Ooty und taucht hier nur zum Trinken auf, war schon angetrunken (zieht sich ein Whisky nach dem anderen rein).,  zeigte Karte von „seinem“ Hotel in Bangalore.

Bis ca. 0 Uhr in Bar gehockt, auch 2 Bier getrunken. Typ fuhr dann besoffen nach Hause  (das scheint hier kein großes Problem zu sein),  sein Name „Hamush“.

Auch 2 Whisky getrunken, bin auch schon angetrunken, kurz vor 1 Uhr im Bett, Strom wieder da, Fehler selbst gefunden: irgendein Witzbold hat 2 Schalter außerhalb des Gebäudes umgelegt.

 

Mittwoch 15.05.96                   Ooty

 

Um 9 Uhr aufgestanden, noch sehr müde, Wetter wieder wolkenlos und sonnig.  Durchfall wie Wasser, flaues Gefühl im Magen. Teilweise Magenschmerzen, zum Frühstück gegen 10 Uhr (Zeit für Frühstück ist verlängert worden). 2 Eier gegessen.

Um 11:30 Uhr an Rezeption, Auto angeheuert für Sightseeing Tour. Erstmal mehr als 30 Minuten durch Gegend gefahren zu weiterem Stausee, der allerdings nicht so überfüllt war. Nach 30 Minuten Warten Tretboot bekommen (30 Min. Fahrt = 30 Rs + 40 Rs Pfand). Wasser sehr grün aufgrund zu vieler Algen, fühle mich nach wie vor recht elend.

 

 

Fahrt auf Stausee

 

Aschließend weiter zu „Wasserfällen“, man mußte noch ein ganzes Stück laufen, ganz nett, aber nichts Besonderes, Höhe max. 1,5 Meter, dazu stinkt das Wasser ziemlich streng, Plastik, Dosen und anderer Unrat im Gebüsch. Ute ging erst garnicht bis zum letzten Punkt. Fahrer hatte uns schon vorher „Wasserfall“ an Auslass von Staudamm gezeigt

 

 

"Wasserfälle" im Raum Ooty

 

Sehr warm, eine Flasche indische Cola getrunken („Thumps up“), schmeckt scheusslich.

Gegen 14:15 Uhr wieder im Hotel, Kosten von 500 Rs (viel zuviel) auf Rechnung setzen lassen.

Fahrer lungerte an Rezeption rum, dem Kerl schließlich 50 Rs Trinkgeld gegeben, er hat die Preise ja nicht gemacht.

Zum Essen, ein bisschen reingezwängt, Karte an Kim + Elaine geschrieben.

Ute sagte, Flug würde normalerweise nur 1500 Rs kosten, diese Aasgeier !, aber immer noch besser, als mit dem Zug.

Geduscht und rasiert, weiterhin Durchfall,  Koffer gepackt, Tüte mit Keksen und Schokolade aus China  werde ich zurücklassen, darin zusätzlich noch ein Apfel und eine Mango.

Bin sehr müde, kurz hingelegt, um 18 Uhr draussen ein Bier getrunken, Buffet wird draußen aufgebaut (treffen vom Lions-Club).

In Bar gesetzt, sind mal wieder die einzigen Gäste, bis auf einen Inder, der dort Chicken Tikka aß (da hätte ich auch Appetit drauf).

Wollten gegen 20:30 Uhr zum Essen, alles besetzt, mußten noch 30 Minuten warten, wieder in Bar, wurden dann zum Essen geholt, wieder fast nichts gegessen.

Zurück zur Bar, bis ca. 22:40 Uhr dort geseßen, 870 Rs + 100 Rs Trinkgeld los  (freundlicher Bursche hinter der Theke war sein Geld aber wert, ihn gestern schon „verwöhnt“)., insgesamt 5 Bier getrunken, schonmal ausgescheckt (9400 Rs) und nochmal wegen Auto nachgefragt, kam auch auf Rechnung.

Weckruf für 4 Uhr bestellt. Es heißt Abschied zu nehmen, Ute will wohl am späten Vormittag mit Auto diesen Ort verlassen,  kurz nach 23 Uhr im Bett.

 

Donnerstag 16.05.96                 Ooty  -> Coimbatore  à  Madras

 

Um 3:30 Uhr wachgeworden, kurz vor 4 Uhr Anruf von Rezeption, 4:45 Uhr dorthin, Wagen kam kurz danach.

Gott sei Dank nicht viel Verkehr, deshalb schon um 7:15 Uhr da, 100 Rs Trinkgeld gegeben.

Ein Porter direkt zur Stelle (wittert wahrscheinlich das große Geschäft, zumal ich mit Sakko und Krawatte unterwegs bin). Fast nichts los, auch ihm 20 Rs Trinkgeld  gegeben, ziemlich kleiner Flughafen, Warterei nervt, man dachte erst, ich würde mit anderer Gesellschaft fliegen, die ihre Bude gerade dichtmachen will.

Beim Einchecken gegen 8::30 Uhr kam der Porter wieder an, nichts mehr gegeben, obwohl er noch einige Zeit um mich rumschlawänzelte.

Gepäckidentifizierung diesmal auf Rollfeld,  Kontrollen waren recht lasch, obwohl eine Inderin erhebliche Probleme hatte, „Free Seats“, scheinbar ist auf diesem Flug nie was los..

Um 9:55 Uhr endlich Abflug, 45 Minuten später schon da, 35 Grad, die Hitze ist erstmal wieder ungewohnt.

Dachte schon mein Koffer sei weg, allgemeine Verwirrung, da Gepäck auf  2 verschiedenen Bändern ankam, ziemlich lange gewartet, endlich da.

Im Flughafen keine Pre-Paid Taxibude gesehen, draußen nur eine winzige  (Größe einer Telefonzelle), die zudem noch total voll war, da komme ich nur rein, wenn ich mein Gepäck aus den Augen lasse. Muß einen von den „Haien“ anheuern , die natürlich schon parat stehen, zahle höchstens  200 Rs.

Typ verlangte 250 Rs, später 300 Rs, als meine Koffer schon in Wagen waren, erst als ich wieder ausstieg um mein Gepäck wieder auszuladen gab er sich mit 200 Rs zufrieden, vorher noch einarmigem Kofferträger 15 Rs Trinkgeld gegeben.

Zum Hotel Ambassador, unfreundliche Frau hinter Tresen, Hotel wäre voll, nichts zu machen,  im Hotel Savera wäre noch was frei, muß da wohl drauf eingehen, obwohl ich als Alternative das Connemara Hotel ausgesucht hatte, aber da kann es das gleiche Problem geben.

Muß wohl oder übel eins von den betrügerischen Hotel-Taxis nehmen, Strecke teilweise wieder zurückgefahren, wahnsinniger  Verkehr, einige Kilometer, Typ verlangt 180 Rs, ihm wutentbrannt 200 Rs hingeworfen.

Es war ein Fehler Sakko und Krawatte anzuziehen, damit scheint der Preis automatisch zu steigen.

Gottlob tatsächlich noch was frei, 1500 Rs + 30% Tax, Typ gab mir „Deluxe“-Raum, kostet 100 Rs mehr, was daran „Deluxe“ sein soll bleibt unklar, Ausstattung ganz normal, vielleicht weil der Fernseher Stereoempfang hat ?

Kofferträger 20 Rs gegeben, Flur wird renoviert, scheinbar auch die Zimmer. Versucht etwas zu schlafen, aussichtslos, stundenlanges Hämmern und Bohren, auch gefroren, da Bett direkt im Windkanal der Klimaanlage steht.

Eine Packung Marlboro im Koffer noch gefunden (wog 18,1 kg), habe auch noch 2 Packungen von dem chinesischem Zeug.

Kurz vor 19 Uhr runtergegangen, habe heute zu nichts Lust, noch 50 DM getauscht an provisorischer Rezeption, obwohl Geld auch so sicher gereicht hätte,  aber vielleicht finde ich morgen noch irgendwas.

Zur „Bamboo-Bar“, auch hier wie im gesamten Haus viel zu warm, viel los (wahrscheinlich wegen „Happy-Hour“) von 18 - 19 Uhr,.

Haben nur „Golden Eagle“ - Bier, kann man kalt noch einigermaßen trinken, überwiegend scheinbar Geschäftsleute hier, 2 Inder wurden zu mir gesetzt, da alles besetzt war, verschwanden aber nach kurzer Zeit. Außer 2 Engländern, die auch wie Manager aussehen, kein „Westler“ da.

Chicken - Tikka gegesen für  ca. 100 Rs, recht gut, aber mit dem „Mohan-International“ bei weitem nicht vergleichbar.

2 weitere Inder setzten sich zu mir, beide mit Handys ausgestattet, ganz angenehme Leute, wenn auch nur einer Englisch spricht. Begrüßt die Wahl des neuen Ministerpräsidenten („Vaypayee“), der jetzt angeblich einen härteren Kurs gegen Pakistan fahren würde. Kashmir hätte immer zu Indien gehört und so solle es auch bleiben.

Für das Taxi hätte ich höchstens 60 Rs zahlen müssen, es wäre besser hier mit Jeans und T-Shirt rumzulaufen

Kurz nach 22 Uhr hauten beide ab, ich 20 Minuten später nach 5 - 6 Bier ca. 570 Rs los, 50 Rs Trinkgeld gegeben.

Gegen 23 Uhr im Bett.

 

Freitag 17.05.96                    Madras

 

Um 5:30 Uhr wegen Pinkelns wachgeworden, um 7:30 Uhr klingelte es an Tür, nicht aufgemacht,  5 Minuten später erneut,  wutentbrannt aus Bett hoch,  Bursche von Housekeeping,  ob Zimmer gemacht werden soll,  abgelehnt, wieder hingelegt. Keine 10 Minuten klingelte es schon wieder , Typ von Laundry,  ob ich Wäsche hätte, nicht mehr richtig eingeschlafen, kurz vor 9 Uhr aufgestanden, geduscht,  nochmal versucht hinzulegen als es schon wieder klingelte, erneut Kerl von Housekeeping, ihm gesagt er könne in 10 Minuten anfangen.

Hotel verlassen, an Bude erstmal 4 Packungen Marlboro a’ 45 Rs geholt. Mit Rikschka zum Connemara-Hotel  fahren lassen, sieht frisch renoviert aus, nebenan wird angebaut, hatte eigentlich vor das „Raintree - Restaurant“ heute abend nochmal aufzusuchen.

Eine Stunde rumgelaufen, über „Fluss“, der bestialisch stinkt, wieder sehr heiß, schon nach kurzer Zeit schweissgebadet, wollte eigentlich auf Einkaufstour gehen, aber nichts Gescheites gesehen.

Eine Limca getrunken und für 25 Rs zum Hotel zurück, ziemlich weit weg.

Kuz vor 12 Uhr wieder auf Bude, Pool zwar vorhanden, sieht aber ziemlich klein und sehr ungepflegt aus.

Koffer ausgemistet, Tüte für Housekeeping  parat gemacht,.

Auf Bude rumgehangen , versucht etwas zu schlafen, aussichtslos durch nach wie vor vorhandenes ständiges Hämmern.

Viel geraucht, kurz nach 18 Uhr zur „Bamboo-Bar“, mäßig voll „Fish-Fingers“ mit Tatarsosse gegessen   (95 Rs für 10 Stück, waren mir gestern von den Indern empfohlen worden, durfte auch probieren,  wirklich gut und sehr mild)

Bar wird immer voller, Kellner brachte mir noch Kuli, den ich gestern vergessen hatte, neben mir 2 Inder, die auch alleine hier rumhängen, einen davon  (den, der etwas gebildeter aussieht)  angequatscht, wohnt in Madras und kommt zum Trinken hier her, spricht nur mäßig Englisch, eine Zeitlang mit ihm unterhalten.

Um 20:40 Uhr bezahlt, 386 Rs, auf 400 Rs aufgerundet für 4  Bier und das Essen.

Typ  (sie fragen grundsätzlich nach dem Namen)  per Handschlag verabschiedet. Zog sich einen Brandy nach dem anderen rein, genau wie die Typen gestern.

An Rezeption „Wake-up-Call“ für 3 Uhr bestellt, sicherheitshalber natürlich Wecker gestellt. Wollte schon bezahlen, wäre nicht notwendig, würde morgen früh nur 3 Minuten dauern.

Um 21:10 Uhr im Bett, Zigaretten in Bar liegenlassen, ca. 10 Stück.

 

Samstag  18.05.96                                         Madras  à London à /Düsseldorf

Katastrophal geschlafen, konnte nicht einschlafen, um 2:40 Uhr wachgeworden, direkt aufgestanden, um 3 Uhr kam Weckanruf, bezahlt, Taxi kam recht schnell, 250 Rs los, kurz vor 4 Uhr schon da, war noch geschlossen !. Nach einigen Minuten drin, weitere 15 Minuten gewartet bis Polizist endlich den Durchgang frei machte. Lange Schlange am  „Gepäckdurchleuchtungsschalter“, Einchecken dagegen ging sehr schnell.

Es ist tatsächlich ein „Non-Smoking-Flight“ !

Dauerte ewig lange bis Beamte an Zoll und Immigrationschalter endlich ihre Position eingenommen hatten.

Kontrollen lasch, um 5:50 Uhr schon im Warteraum, bisher recht wenig Passagiere, gefragt nach Sitz am Gang, geht o.k., einem Inder, der auch mitflog das ganze Kleingeld gegeben, tat es in Tüte, wie sich später rausstellte hat British  Airways eine Kampagne, bei der das ausländische Geld für das UNICEF-Kinderhilfswerk verwendet wird.

Maschine doch so gut wie voll, Sitzplatz .ganz zufriedenstellend, direkt an Leinwand  (keiner vor mir),  hatte mich erst falsch gesetzt und hatte mich schon gefreut, daß keiner neben mir saß, bis  Inderin auftauchte.

Um 7:50 Uhr Abflug,  erst 2 Stunden später gab es  Frühstück, nichts Besonderes.

Film geguckt, irgendein Liebesfilm , Inderinnen neben mir im  „Tal der Tränen“ , Musik gehört, Zeit geht nicht rum.

Schlaftablette genommen, ca. 2 - 3 Stunden geschlafen. Hunger kommt auf,  das nächste Essen gab es erst 6  (!) Stunden später , Hähnchen mit Reis, auch eher mittelmaessig.

Nach 10,5 Stunden endlich  in London, die üblichen Hörprobleme. Regnerisch und ziemlich kalt ( 5 Grad), hatte mich schon gewundert, wie leichtbekleidet die meisten Inderinnen in dem Flugzeug waren..

Bus zu Terminal 1 kam nach wenigen Minuten, erst in falsche Richtung  gelaufen. Erstmal eine geraucht, vor dem Abflug  von Madras hatten sich die harten Raucher im Warteraum schon etliche Zigaretten reingezogen.

14:10 Uhr englische Zeit, noch 2 Stunden Warten,  im Duty Free noch Stange Zigaretten für 11.99 Pfund geholt,  pro Person nur eine Stange erlaubt.

Gut, daß ich noch die Flasche Wasser Marke „Bisleri „ dabei habe, rumgesessen, viele Deutsche hier.

Gate leicht zu finden,  Maschine nur zu 2/3  voll. Start mit 20minütiger Verspätung,  45 Minuten später Landung in Düsseldorf, 17 Grad und sonnig  , langer Weg  mit Bus nach Landung zum „Ankunftszelt“, sehr voll, stand aber  in Reihe, die schnell abgearbeitet wurde. Koffer auch sehr schnell da, Mein Schwager Helmut stand auch schon parat.

Geschafft - Gott  sei Dank !